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Demonstrationen Dutzende Verletzte bei Ausschreitungen in Georgien

Tausende Menschen demonstrieren gegen ein Einfluss Russland in Georgien. Die Polizei setzt Wasserwerfer ein – Dutzende Menschen werden verletzt.

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Während Demonstrationen in Tiflif kam es zu massiven Ausschreitungen. Quelle: dpa

Tiflis Aus Furcht vor zunehmenden Einfluss Russlands haben in Georgien Tausende Demonstranten erfolglos versucht, das Parlament in der Hauptstadt Tiflis zu stürmen. Dabei wurden in der ehemaligen Sowjetrepublik in der Nacht zum Freitag nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens 38 Polizisten und 14 Demonstranten verletzt, vier von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Es kam zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei. Die Sicherheitskräfte riegelten das Gebäude ab und setzten Tränengas, Gummigeschosse und Wasserwerfer ein. So gelang es den Demonstranten nicht, in das Parlament einzudringen.

Die Demonstranten forderten den Rücktritt von Parlamentspräsident Irakli Kobachidse. Hintergrund ist lokalen Medienberichten zufolge der Besuch einer russischen Delegation bei einer Tagung im Plenarsaal. Dabei habe ein Duma-Abgeordneter das Forum zu religiösen und politischen Fragen geleitet und eine Rede gehalten. Daraufhin rief die Opposition zu einer Demonstration auf. Sie befürchtet, dass Russland an Einfluss in der Ex-Sowjetrepublik gewinnen könnte.

Das Verhältnis zum Nachbarn Russland ist zerrüttet. 2008 gab es einen kurzen Krieg. Dabei hatte die Südkaukasusrepublik ihre abtrünnigen Gebiete Abchasien und Südossetien endgültig verloren. Russland erkennt beide trotz internationaler Kritik als unabhängige Staaten an, Georgien dagegen nicht.

Live-Bilder im Fernsehen zeigten am Abend, wie Menschen vor dem Gebäude standen, Absperrungen wegräumten und der Polizei ihre Schutzschilde wegnahmen. Die Menge skandierte anti-russische Parolen.

Das Innenministerium drohte mit einem harten Durchgreifen der Polizei, sollte sich die Lage nicht beruhigen. In der Nacht vertrieb dann ein Großaufgebot der Sicherheitskräfte die Menschenmenge. Zu sehen war, wie Protestierende auf Straßen Polizisten attackierten. Etliche Menschen wurden festgenommen. Sanitäter kümmerten sich um Verletzte.

Der deutsche Botschafter in Georgien, Hubert Knirsch, sagte im georgischen Fernsehen: „Wir beobachten mit großer Sorge die Verschärfung der Situation vor dem georgischen Parlament.“ Die Botschaften der USA und Großbritannien riefen zur Zurückhaltung auf.

Die georgische Präsidentin Salome Surabischwili kritisierte die Tagung mir russischer Beteiligung als Versuch des Nachbarlandes, um politische Ziele zu verfolgen. „Für Russland ist dies die übliche Methode.“ Ministerpräsident Mamuka Bachtadse warf der Opposition vor, das Land destabilisieren zu wollen.

Der Chef des russischen Parlaments, Wjatscheslaw Wolodin, kritisierte die georgischen Behörden, sie hätten nicht für die Sicherheit der russischen Delegation bei dem Forum gesorgt.

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