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Demonstrationen „Gelbwesten“ protestieren erneut in Frankreichs Städten

Die Zahl der Demonstranten ist in den vergangenen Wochen stetig zurückgegangen. Doch Beobachter rechnen mit einem Wiedererstarken der Proteste im Januar.

In etlichen Städten wie Paris, Marseille, Lyon, Toulouse und Bordeaux kam es am Samstag zu Protesten. Quelle: dpa

ParisAm siebten Wochenende in Folge haben in Frankreich die sogenannten „Gelbwesten“ gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron demonstriert. In etlichen Städten wie Paris, Marseille, Lyon, Toulouse und Bordeaux kam es am Samstag zu Protesten. Auch Straßensperren wurden wieder errichtet. Mancherorts gab es Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Laut Schätzungen eines Fernsehsenders beteiligten sich allerdings nur noch rund 12.000 Menschen an den Demonstrationen nach knapp 40.000 in der vergangenen Woche. Offizielle Zahlen lagen zunächst nicht vor.

Nach Angaben von France Info kam es in Paris in der Nähe der Studios des Senders BFMTV zu Zusammenstößen mit den Einsatzkräften. Dort protestierten einige Hundert „Gelbwesten“ gegen angebliche Falschinformationen, die der Sender verbreiten würde. Insgesamt demonstrierten in der Hauptstadt bis zum Abend nach Angaben der Polizeipräfektur 800 Menschen, erneut wurden Dutzende Menschen festgenommen.

In Marseille gingen der französischen Nachrichtenagentur AFP zufolge etwa 900 Menschen auf die Straße, in Bordeaux 2400.

Die Zahl der Demonstranten ist in den vergangenen Wochen stetig zurückgegangen. Beobachtern zufolge soll das aber vor allem an den Feiertagen liegen - im Januar könnte die Bewegung wieder deutlich an Zulauf gewinnen.

Entzündet hatten sich die Proteste an Ökosteuerplänen und damit verbundenen Benzinpreiserhöhungen. Sie wuchsen sich aber schnell zu Massendemonstrationen gegen Macrons Wirtschaftspolitik aus. Dabei kam es auch zu gewaltsamen Ausschreitungen, vor allem in Paris.

Macron lenkte daraufhin ein. Unter anderem kippte er die Ökosteuer und erhöhte den Mindestlohn. Die Zugeständnisse reißen allerdings ein Milliardenloch in die Staatskasse. Frankreich dürfte deswegen wohl im nächsten Jahr über die EU-Defizitgrenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung hinausschießen.

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