Denkfabrik Der Aufschwung kommt - ein bisschen

In den Jahren nach der Rezession gab es immer wieder Hoffnungen für einen kräftigen Aufschwung in den USA – doch heraus kam nur ein konjunkturelles Aufflackern. 2014 sind die Perspektiven für die größte Volkswirtschaft der Welt endlich wieder besser. Ein Rückblick und Ausblick.

Präsident Obama Quelle: dpa

Zugegeben: In den vergangenen sechs Jahren war ich meistens skeptisch, wenn ich optimistische Prognosen für die US-Konjunktur hörte. Wo Prognostiker und politische Funktionäre grüne Triebe der Erholung und Grund zur Zuversicht sahen, rechnete ich eher mit kräftigem Gegenwind – und mit einem allenfalls schwächlichen Aufschwung. Doch 2014 ist das anders. Obwohl auch in diesem Jahr Risiken für die US-Wirtschaft bestehen, gibt es gute Aussichten für ein Wachstum, das stärker ausfallen könnte als in der Zeit vor der Rezession.

Zu früh gefreut

Blicken wir zurück: Als es im Jahr 2008 mit der amerikanischen Wirtschaft bergab ging, begann die US-Notenbank Fed mit einer aggressiven geldpolitischen Lockerung. Die Rückkehr zur Normalität an den Finanzmärkten und die niedrigeren Zinssätze bewirkten im Sommer 2009 einen Aufschwung; viele Prognostiker und Marktteilnehmer erwarteten nun eine für die Zeit nach einer Rezession typische rasche Erholung der Wirtschaft. Ich warnte damals davor, dass der Aufschwung wesentlich schwächer würde als erwartet. Denn anders als vorherige Konjunkturzyklen war die Rezession, die Ende 2007 begann, ja nicht durch hohe Zinsen verursacht worden. Daher würde eine Senkung der Zinsen wenig bewirken.

Wissenswertes über die USA

So kam es dann auch. Die neue Regierung von US-Präsident Barack Obama kündigte daraufhin ein Drei-Jahres-Konjunkturpaket an, um die Gesamtnachfrage zu stimulieren. Regierungsbeamte und andere Experten sagten voraus, nun käme der Aufschwung aber wirklich, die fiskalpolitischen Anreize würde der Wirtschaft ankurbeln.

 Doch rückblickend muss man sagen: Das Konjunkturpaket war nicht besonders wirksam. Es war zu klein, um die Produktionslücke zu schließen; ein Großteil der Stimuli finanzierte lediglich die gestiegenen Ausgaben der Bundesstaaten. Andere Teile des Pakets flossen an die Bürger, doch so, wie das Konjunkturpaket gestaltet war, steigerten die höheren Transferleistungen und Ausgaben die Staatsschulden stärker als das Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Als die Fed sah, wie schwach der Aufschwung blieb, startete sie ihre unkonventionelle Strategie der „quantitativen Lockerung“, bei der sie in großem Stil langfristige Wertpapiere ankaufte und versprach, den kurzfristigen Tagesgeldsatz auf längere Zeit äußerst niedrig zu halten. Ziel war es, Portfolioanleger dazu zu bringen, stärker in Aktien und andere Vermögenswerte zu investieren. Die daraus resultierenden Preissteigerungen sollten das Vermögen der Privathaushalte und die Konsumausgaben erhöhten. Niedrigere langfristige Zinsen sollten ebenfalls die Kosten für Hypothekenkredite reduzieren und den Wert von Eigenheimen steigern.

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