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Denys MonastyrskyjUkrainischer Innenminister kommt bei Hubschrauberabsturz ums Leben

Mitten im Krieg erschüttert die Ukraine ein schweres Hubschrauberunglück. Ein Helikopter stürzt bei einem Kindergarten ab. Mindestens 18 Menschen sterben, darunter auch der Innenminister und mehrere Kinder. 18.01.2023 - 15:06 Uhr

Denys Monastyrskyj, Innenminister der Ukraine, ist bei einem Hubschrauberabsturz in der Ukraine nahe einem Kindergarten nach Polizeiangaben ums Leben gekommen.

Foto: dpa

Bei einem Hubschrauberabsturz nahe der Hauptstadt Kiew ist nach Behördenangaben der ukrainische Innenminister Denys Monastyrskyj ums Leben gekommen. Bei dem Absturz in der Kleinstadt Browary habe es mindestens 17 Tote gegeben, teilte der Zivilschutz am Mittwochmittag mit. Unter den Toten sind auch der Vize-Innenminister Jehwhenij Jenin und ein Staatssekretär. Zwischenzeitlich war von 18 Toten die Rede gewesen.

Der Helikopter war nach Angaben von Olexij Kuleba, dem Gouverneur des Kiewer Gebiets, in einem Wohngebiet bei einem Kindergarten abgestürzt. Nach Angaben des Innenministeriums starben auch vier Kinder. 25 Menschen wurden verletzt, darunter 11 Kinder, hieß es zuletzt. Die Absturzursache war zunächst unklar. Der ukrainische Geheimdienst SBU zieht drei Versionen in Betracht. Das seien ein Verstoß gegen die Flugvorschriften, technische Probleme oder eine gezielte Zerstörung des Helikopters.

Laut dem Sprecher der ukrainischen Luftwaffe, Jurij Ihnat, handelte es sich um einen Hubschrauber des Typs Airbus H225. Eine Kommission werde die Ursachen untersuchen. „Das wird nicht nur ein bis zwei Tage dauern, denn die Untersuchung einer Flugkatastrophe braucht eine gewisse Zeit“, sagte Ihnat. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hatte 2016 gegen den H225 wegen Sicherheitsbedenken ein vorläufiges Flugverbot verhängt. Schon das Vorgänger-Modell AS332 war in mehrere Flugunfälle verwickelt.

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Der Vizechef des Präsidentenbüros, Kyrylo Tymoschenko, teilte Journalisten in Browary mit, dass die Führungsriege des Innenministeriums auf dem Weg zu einem der Frontabschnitte gewesen sei. Nähere Angaben wollte er nicht machen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach nach der Nachricht über den Tod der Kinder von einem „unbeschreiblichen Schmerz“. Den Angehörigen der Opfer sprach er sein Beileid aus.

Polizeichef Klymenko wird neuer amtierender Innenminister der Ukraine

Der bisherige nationale Polizeichef Ihor Klymenko wird neuer amtierender Innenminister der Ukraine. Das teilt Ministerpräsident Denys Schmyhal wenige Stunden nach dem Hubschrauber-Absturz bei Kiew mit. Klymenko sei zum Vize-Innenminister ernannt worden, sagt Schmyhal. In dieser Funktion werde er aber die Pflichten des Ministers erfüllen.

Scholz: „Immenser Tribut“ der Ukraine

Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (beide SPD) haben sich nach dem Hubschrauberabsturz bei Kiew zutiefst erschüttert gezeigt. „Der Hubschrauberabsturz in #Brovary zeigt erneut den immensen Tribut, den die #Ukraine in diesem Krieg zahlt“, schrieb Scholz am Mittwoch auf Twitter zum Tod von Denys Monastyrskyj. „Unsere Gedanken sind an diesem traurigen Tag bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzten“ sowie bei Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj, der „heute seinen Innenminister verloren hat.“

Faeser teilte mit, sie sei sehr traurig, dass ihr Amtskollege, sein Stellvertreter und weitere Menschen ums Leben gekommen seien. Es sei schrecklich, dass auch Kinder bei dem Vorfall gestorben und verletzt worden seien. „Die Kinder meines Kollegen Denys Monastyrskyj haben ihren Vater verloren.“

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Sie selbst habe mit Monastyrskyj einen engen Partner verloren, mit dem sie seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine in „guten, engem Kontakt“ gestanden sei. Bei ihrem Besuch in Kiew habe sie ihm Stromgeneratoren und BKA-Technik zur Aufklärung von Kriegsverbrechen übergeben. In einem Telefongespräch mit dem ukrainischen Botschafter Oleksii Makeiev, so Faeser weiter, habe sie ihre tief empfundene Anteilnahme ausgedrückt und eine Unterstützung der Bundesregierung bei der Aufklärung der Ursachen des Hubschrauberabsturzes angeboten.

EU-Spitzen trauern mit der Ukraine

Darüber hinaus haben auch die EU-Spitzen bestürzt auf den Tod des ukrainischen Innenministers Denys Monastyrskyj und der weiteren Opfer reagiert. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach den Hinterbliebenen, dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sowie der gesamten Ukraine am Mittwoch ihr tiefes Beileid aus. „Wir trauern mit Ihnen“, schrieb die Deutsche auf Twitter. Ähnlich äußerte sich EU-Ratschef Charles Michel. Monastyrskyj sei ein guter Freund der Europäischen Union gewesen. EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola zeigte sich „untröstlich“. Ihre Gedanken seien bei den Familien und Angehörigen Monastyrskyjs sowie der anderen Opfer.

Auch der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz hat mit „großer Bestürzung“ auf den Hubschrauberabsturz reagiert. „Das ist für die Ukraine gerade in der jetzigen Situation dieses Landes eine große Tragödie“, sagte Merz am Mittwoch vor Journalisten in Berlin. „Unser tief empfundenes Beileid gehört den Familien und den Angehörigen, aber auch dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj, dem ich auch schon mein Beileid ausgedrückt habe, und dem ganzen ukrainischen Volk.“ Er sprach von einem ganz tragischen Vorfall.

Die Ukraine kämpft seit fast elf Monaten gegen einen russischen Angriffskrieg. Immer wieder gibt es Luftalarm in dem Land wegen russischer Raketen- und Drohnenangriffe. Auch die Hauptstadt Kiew war wie andere Teile des Landes immer wieder Angriffsziel.

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dpa, rtr
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