Der Tag im Überblick Macron gewinnt mit über 65 Prozent

Es war ein Wettstreit zweier Weltbilder – Emmanuel Macron gegen Marine Le Pen. Pro-Europäer Macron hat die Präsidentenwahl in Frankreich gewonnen. Die wichtigsten Ereignisse zum Nachlesen.

 Emmanuel Macron und Marine Le Pen


+++ 01.26 Uhr +++
Der künftige französische Präsident Emmanuel Macron will noch am Montag den Vorsitz der vom ihm gegründeten Bewegung „En Marche!“ niederlegen. Das verlautete am frühen Montagmorgen aus der Umgebung des sozialliberalen Politikers.

+++ 22.40 Uhr +++
Begleitet von der Europahymne ist der künftige französische Präsident Emmanuel Macron nach dem Wahlsieg vor seine Anhänger getreten. Der 39-Jährige wurde am Sonntagabend im Innenhof des Pariser Louvre-Museums von Tausenden jubelnden Anhängern empfangen. Während Macron auf die Bühne neben der Glaspyramide trat, ertönte die Melodie von Beethovens „Ode an die Freude“, die Hymne der Europäischen Union.

+++ 22.09 Uhr +++
Macron will schon bald zu einem Treffen mit Kanzlerin Merkel nach Berlin reisen. Das habe er Merkel in einem Telefonat gesagt, verlautet aus dem Umfeld Macrons.

+++ 22.03 Uhr +++
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dem künftigen französischen Präsidenten Emmanuel Macron eine enge Zusammenarbeit zugesichert. „Die Bundeskanzlerin freut sich darauf, im Geist der traditionell engen deutsch-französischen Freundschaft vertrauensvoll mit dem neuen Präsidenten zusammenzuarbeiten“, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Sonntagabend nach einem Telefonat Merkels mit Macron in Berlin mit.

+++ 21.50 Uhr +++

Bei der Präsidentschaftswahl haben nach einer Analyse des Instituts Ipsos 4,2 Millionen Franzosen leere Wahlumschläge oder ungültige Wahlzettel abgegeben. Das sind 8,9 Prozent der mehr als 47 Millionen Wahlberechtigten und so viele wie noch nie in Frankreich. Die Wahlbeteiligung in der zweiten Runde war so niedrig wie seit 1969 nicht mehr, wie das Institut am Sonntagabend mitteilte. Sie lag diesmal bei 74,3 Prozent, damals waren nur 68,9 Prozent zur Wahl gegangen.

Ipsos sieht in der Quote einen weiteren Beweis dafür, dass viele Wähler in der rechtsextremen Front National kein Schreckgespenst mehr sehen. 41 Prozent der Franzosen, die im ersten Wahlgang für den Linkspopulisten Jean-Luc Mélenchon gestimmt hatten, sind entweder nicht zur Urne gegangen oder haben ungültig abgestimmt. Von den Wählern des Republikaners François Fillon waren es fast ein Drittel (32 Prozent). Mélenchon hatte lediglich dazu aufgerufen, nicht Le Pen zu wählen. Dagegen hatte Fillon direkt Macron empfohlen.

„Frankreich hat ein neues Kapitel aufgeschlagen“
Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron Quelle: REUTERS
Unterlegene Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen Quelle: AP
Wladimir Putin Quelle: AP
Macrons Vorgänger François Hollande Quelle: REUTERS
Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: dpa
Außenminister Sigmar Gabriel Quelle: dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Quelle: dpa
Grünen-Spitzenkandidaten Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt Quelle: dpa
US-Präsident Donald Trump Quelle: AP
Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn Quelle: REUTERS
Niederländischer Regierungschef Mark Rutte Quelle: AP
„Trotzdem gut gemacht. Millionen von Patrioten haben für Dich gestimmt. Du gewinnst das nächste Mal - und ich auch!“ Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders via Twitter an Marine Le Pen Quelle: AP
Mitteilung der britischen Premierministerin Theresa May Quelle: REUTERS
EVP-Chef im Europa-Parlament, Manfred Weber Quelle: REUTERS
Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni Quelle: AP
ZEW-Präsident Achim Wambach Quelle: dpa
AfD-Vize Alexander Gauland Quelle: dpa

+++ 21.20 Uhr +++

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker schrieb per Twitter, die Franzosen hätten sich für eine europäische Zukunft entschieden und für ein "stärkeres und gerechteres Europa". EU-Ratspräsident Donald Tusk äußert sich ebenfalls via Twitter: "Glückwunsch an das französische Volk, dafür dass es Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gewählt hat anstatt die Tyrannei der Fake News". Weitere Reaktionen finden Sie in unserer Übersicht.

+++ 21.05 Uhr +++

Macron erklärt, er unterschätze nicht die wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Er sei sich der Wut, der Zweifel und der Furcht bewusst, die die Franzosen ausgedrückt hätten. Er werde seine ganze Kraft dazu verwenden, sich des Vertrauens der Franzosen würdig zu zeigen.

Was Macrons Sieg für Europa bedeuten könnte

+++ 21.01 Uhr +++

Der Euro springt im frühen Handel in den asiatischen Märkten auf ein Sechs-Monats-Hoch von 1,1011 Dollar.

+++ 20.50 Uhr +++

Die Gewerkschaft CFDT gratuliert Macron zum Wahlsieg. Sie betont jedoch, das Wahlergebnis für den Front National sei zu hoch ausgefallen. Für die extreme Linke teilt Melenchon mit, der Sieg Macrons sei ein Votum gegen Le Pen, nicht für Macrons Politik.

+++ 20.45 Uhr +++

Die wichtigste Pariser Moschee erklärt, die Wahl Macrons sei ein Zeichen für eine Versöhnung zwischen den Religionen in Frankreich. Der Sieg lasse hoffen, dass französische Muslime in Harmonie und Respekt leben könnten.

+++ 20.40 Uhr +++

Le Pen kündigt nach ihrer Wahlniederlage die Erneuerung des rechtsextremen Front National an. "Ich werde vorschlagen, diesen umfassenden Umbau unserer Bewegung zu beginnen, um sie zu einer neuen politischen Kraft zu machen."

+++ 20.20 Uhr +++

Die rechtsextreme Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen hat ihrem Kontrahenten Emmanuel Macron zum Wahlsieg gratuliert. Frankreich habe am Sonntag für Kontinuität gestimmt, erklärte Le Pen am Abend. Das Land sei gespalten zwischen Patrioten und Globalisierern. Ihr Abschneiden als Kandidatin des Front National sei historisch, ihre Partei sei nun die wichtigste Oppositionskraft in Frankreich.

+++ 20.15 Uhr +++

So jung ist noch niemand in Frankreich Präsident geworden. Mit gerade 39 Jahren schafft Emmanuel Macron den Sprung an die Staatsspitze. Damit verdrängt er einen illustren Vorgänger, der seit mehr als 150 Jahren den Titel des jüngsten französischen Präsidenten aller Zeiten innehatte: Louis-Napoléon Bonaparte.

Wirtschaftspolitische Pläne von Marine Le Pen

+++ 20.10 Uhr +++

Frankreichs neues Staatsoberhaupt übernimmt in der Regel schon wenige Tage nach seiner Wahl die Macht im Élyséepalast. Am folgenden Sonntag (14. Mai) läuft die Amtszeit von Präsident François Hollande ab, spätestens dann muss das Amt übergeben werden. Der genaue Termin ist noch nicht bekannt. Emmanuel Macron übernimmt dann auch das Kommando über die französischen Streitkräfte und bekommt die Startcodes für die Atomwaffen.

Es ist in Frankreich üblich, dass der bisherige Premierminister noch vor der Amtsübergabe im Élysée den Rücktritt der Regierung anbietet. Damit kann der neue Staatschef gleich einen neuen Premierminister ernennen. Der aktuelle Regierungschef Bernard Cazeneuve ist aber rein rechtlich nicht zum Rücktritt verpflichtet - nur ein Misstrauensvotum der Nationalversammlung kann ihn dazu zwingen.

Wirtschaftspolitische Pläne von Emmanuel Macron

+++ 20.00 Uhr +++

Der Pro-Europäer Emmanuel Macron hat die Präsidentenwahl in Frankreich gewonnen. Nach ersten Hochrechnungen setzte sich der 39-Jährige in der Stichwahl mit 65,1 bis 65,5 Prozent der Stimmen gegen die rechtspopulistische Kandidatin Marine Len Pen durch. Die Front-National-Politikerin kam demnach am Sonntag nur auf 34,5 bis 34,9 Prozent.

Der frühere Wirtschaftsminister und Investmentbanker Macron steht hingegen für einen klar europafreundlichen Kurs und tritt für eine enge Partnerschaft mit Deutschland ein. Er soll spätestens am 14. Mai die Amtsgeschäfte des scheidenden Staatschefs François Hollande übernehmen. Macron wird mit 39 Jahren der jüngste französische Präsident aller Zeiten sein.

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