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Deutsche in Nordafrika Unruhe bleibt, Werke laufen

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BMW stand still

Auch in Tunesien, wo Leoni 12 000 Arbeitskräfte in Lohn und Brot hält, hatte die Ausgangssperre die Produktion kaum beeinträchtigt. „Wir haben unseren Schichtbetrieb angepasst“, sagt Lamann lakonisch. Von tunesischen Billiglöhnen profitiert auch Hemdenhersteller van Laack. In Bizerte beschäftigt das Unternehmen 800 Mitarbeiter, die mit 2,70 Euro Stundenlohn weit über dem von der tunesischen Textilgewerkschaft geforderten Lohn in Höhe von 1,50 Euro bezahlt werden. Bei van Laack gab es kaum Aussetzer, die Belegschaft, bange um ihre relativ guten Löhne, bewachte das Werk.

Dagegen hat die BASF in Ägypten die Produktion von Bauchemikalien vorübergehend ausgesetzt. Etwa 100 Arbeitnehmer sind davon betroffen. Doch zu Lieferengpässen kommt es deswegen nicht. Die Lager sind voll, der Verkauf verlief in den vergangenen Monaten sowieso schleppend. Auch BMW hat sein Werk am Rande Kairos vorige Woche geschlossen. Die Montagebänder stehen still, und 500 Mitarbeiter bleiben zu Hause. Zu viele der Beschäftigten waren weggeblieben, weil sie mit Familienangehörigen auf die Straße gingen, um für mehr Bürgerrechte zu demonstrieren. BMW baut in Ägypten Fahrzeuge der 3er-, der 5er- und der 7er-Reihe, allerdings insgesamt nur 3000 Fahrzeuge im Jahr. Der Ausfall dieser Produktion ist in Relation zu konzernweit 1,46 Millionen BMWs, die pro Jahr vom Band rollen, „nichts, was Katastrophenstimmung erzeugt“, sagt ein Automobilmanager.

Selbst die Metro, deren zwei Cash&Carry-Märkte in Kairo geplündert und einer sogar in Brand gesteckt worden war, übt sich in Diplomatie. „Ägypten befindet sich auf einem Modernisierungskurs“, verkündete das Unternehmen.

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