Die deutsch-amerikanische Partnerschaft Eine anstrengende, aber vertrauensvolle Beziehung

Die Deutschen und die Amerikaner vertrauen sich – trotz aller Differenzen. Das ergibt eine aktuelle Studie. Trotzdem gibt es Streitpunkte – vor allem in Bezug auf Russland sind sich die Bürger beider Länder uneins.

US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel treten im Weißen Haus in Washington vor die Presse. Quelle: dpa

70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und ein Vierteljahrhundert nach dem Kalten Krieg ist das Vertrauen zwischen Deutschland und Amerika groß. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Pew Forschungszentrums und der Bertelsmann Stiftung, für die insgesamt 1003 US-Amerikaner und 963 Deutsche telefonisch befragt wurden.

So sehen sieben von zehn Amerikanern in Deutschland einen vertrauenswürdigen Partner. Umgekehrt vertrauen sechs von zehn befragten Deutschen den USA. Grundlegende Meinungsverschiedenheiten existieren jedoch, wenn es um Russland und den Ukraine-Konflikt geht.

Die deutsch-amerikanische Beziehung

So gaben 59 Prozent der befragten Amerikaner an, die EU nehme Russland und die Ukraine nicht hart genug in die Mangel. 54 Prozent gaben zudem an, Deutschland solle eine aktivere militärische Rolle spielen – in Deutschland teilten jeweils nur 25 Prozent der Befragten diese Einschätzungen.

Auch wenn es um die Nachkriegsbeziehungen beider Staaten geht, unterscheiden sich die Meinungen. Für Amerikaner war das wichtigste Ereignis der deutsch-amerikanischen Beziehungen der letzten 75 Jahre der Zweite Weltkrieg und der Holocaust. Deutsche nannten dagegen den Fall der Berliner Mauer sowie den Marshall-Plan, den nur drei Prozent der befragten Amerikaner erwähnten.

Die deutsch-amerikanische Beziehung in der Gegenwart

Was Deutsche und Amerikaner über TTIP denken

In Zukunft könnten die Auswirkungen des Freihandelsabkommens TTIPs über die deutsch-amerikanischen Beziehungen entscheiden. Was die Einschätzung von TTIP angeht, sind die Meinungen von Deutschen und Amerikanern schon jetzt unterschiedlich. So glaubt jeder zweite Amerikaner, dass TTIP Arbeitsplätze und Wachstum kostet – bei den Deutschen ist nicht einmal jeder Fünfte dieser Ansicht.

Dagegen sorgt sich nur jeder Zehnte Amerikaner um Umwelt- und Nahrungsmittel-Standards im Zusammenhang mit TTIP – bei den Deutschen sorgen sich sechs von zehn Befragten.

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Interessant ist: Trotz der wirtschaftlichen Bedenken von Seiten der Amerikaner nahm ihre Zustimmung zu TTIP 2015 gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig ab – waren 2014 noch 53 Prozent der Amerikaner davon überzeugt, dass TTIP eine gute Sache ist, sind es 2015 nur noch 50 Prozent. In Deutschland dagegen fiel die Zustimmung von 55 Prozent auf 41 Prozent.

Ähnlich verhält es sich bei denen, die TTIP ablehnen: Stieg der Anteil in Deutschland von 25 auf 36 Prozent, nahm er in Amerika nur von 20 auf 21 Prozent zu.

Was die Studie leider außer Acht lässt, sind die Machenschaften des Geheimdienstes NSA und ihre Auswirkungen aus Sicht der Deutschen und der Amerikaner auf die gemeinsame Beziehung haben.

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