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Dienstagmorgen Feuerpause im syrischen Ost-Ghuta hat begonnen

Für fünf Stunden herrscht Waffenruhe im syrischen Rebellengebiet Ost-Ghuta. Die kurze Pause geht auf Russlands Präsidenten zurück.

Syrien: Feuerpause in Ost-Ghuta hat begonnen Quelle: dpa

Damaskus
Nach dem Beginn einer fünfstündigen Feuerpause ist in dem umkämpften syrischen Rebellengebiet Ost-Ghuta zunächst Ruhe eingekehrt. In allen Teilen der belagerten Region schwiegen am Dienstagmorgen die Waffen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte.

Die Feuerpause soll Hilfslieferungen für die notleidenden Menschen in der belagerten Region ermöglichen. Außerdem sollen Korridore geöffnet werden, durch die Zivilisten das Gebiet verlassen können. In Ost-Ghuta sind rund 400.000 Menschen fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Die humanitäre Lage ist dramatisch.

Die Waffenruhe geht auf eine Anordnung des russischen Präsidenten Wladimir Putin zurück, wie das Verteidigungsministerium in Moskau erklärt hatte. Die Feuerpause soll auch in den nächsten Tagen zwischen 9.00 und 14.00 Uhr (Ortszeit) gelten. Russland ist einer der wichtigsten Verbündeten der syrischen Regierung und beteiligt sich mit der Luftwaffe am Bürgerkrieg.

Kritiker bemängeln, die fünfstündige Feuerpause sei viel zu kurz. „Wer das vorgeschlagen hat, ist ein Folterexperte“, erklärte Mohammed Katub von der Hilfsorganisation Syrian American Medical Society (SAMS) über Twitter. „Es ist, als halte man das Opfer am Leben, um ihm noch mehr Schmerzen zu bereiten.“ Der lokale Rat von Ost-Ghuta nannte das Angebot eines Abzugs von Zivilisten zudem eine „Zwangsvertreibung“. Die Menschen hätten nur die Wahl, unter der Bombardierung zu sterben oder ihr Land zu verlassen.

In den vergangenen Tagen war die Forderung des UN-Sicherheitsrates nach einer 30 Tage langen Waffenruhe in Syrien wirkungslos geblieben. Ost-Ghuta hatte in den vergangenen neun Tagen die schlimmste Angriffswelle der Regierung seit Beginn des Bürgerkriegs vor fast sieben Jahren erlebt. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, mehr als 560 Zivilisten seien getötet worden.

Der Leiter des Bereichs Internationale Zusammenarbeit beim Deutschen Roten Kreuz, Christof Johnen, nannte die Lage in Ost-Ghuta dramatisch. „Es fehlt inzwischen an allem“, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Ob in der Feuerpause rasch Hilfe in das Gebiet komme, sei unklar. Hilfskonvois könnten nur fahren, wenn alle Konfliktparteien zugestimmt hätten. Fünf Stunden seien dafür sehr knapp.

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