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DIHK Viele deutsche Firmen verlassen Iran

Die USA werfen dem Iran vor, seinen Einflussbereich in arabischen Nachbarländern wie dem Jemen und Syrien auszuweiten. Quelle: AP

Die harte Gangart der USA in der Iran-Politik wird zunehmend zur Belastung für deutsche Unternehmen mit Handelsbeziehungen in den Iran – und zum Problem für die Wirtschaft.

In den ersten fünf Monaten 2018 sanken die deutschen Exporte um vier Prozent, der Trend halte an, wie DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“ sagte. 2017 seien die Exporte noch um 16 Prozent gestiegen. „Rund 120 deutsche Unternehmen haben in den letzten Jahren sogar ihre eigene Repräsentanz in Iran eröffnet. Jetzt treten viele den Rückzug an.“

Die USA hatten nach der einseitigen Aufkündigung des Atomabkommens mit Iran wieder Sanktionen gegen den iranischen Finanz- und Energiesektor verhängt. Erste Sanktionen sollen am Montag (6. August) wirksam werden.

Die USA werfen dem Iran vor, seinen Einflussbereich in arabischen Nachbarländern wie Jemen und Syrien auszuweiten. Das Atomabkommen von 2015 sollte Teheran am Bau von Atomwaffen hindern. Es sieht als Gegenleistung den Abbau von Wirtschaftssanktionen vor. Die USA drohen Geldhäusern, die direkt oder indirekt Transaktionen mit iranischen Instituten unterstützen, ebenfalls mit Sanktionen. Bereits jetzt ist der internationale Zahlungsverkehr für iranische Banken stark eingeschränkt.

„Selbst die Unternehmen die nicht direkt von den US-Sanktionen betroffen sind, beispielsweise aus dem medizinischen Versorgungswesen oder ohne US-Geschäft, finden aktuell keine Bank die ihr Iran-Geschäft abwickelt“, sagte Treier den Zeitungen. „Sollte nicht zeitnah eine Lösung herbeigeführt werden, ist zu befürchten, dass der Handel zum Erliegen kommt und sich die deutsche Wirtschaft gänzlich aus dem Iran zurückziehen muss.“
Wie aus Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums hervorgeht, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegen, sichert der Bund mit staatlichen Exportgarantien - sogenannten Hermes-Bürgschaften - derzeit 57 Geschäfte im Iran mit einem Gesamtvolumen von 911 Millionen Euro ab.

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