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Diplomatisches Ringen Macron telefoniert wegen Atompakt mit Trump, Irans Chefdiplomat reist nach China

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron hat in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump seine Besorgnis über den amerikanischen Ausstieg aus dem Atompakt mit dem Iran bekundet. Auch die Iraner sind diplomatisch nicht untätig.

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Beim Staatsbesuch des Franzosen vor wenigen Wochen in Washington demonstrierten sie noch größe Nähe. Quelle: AP

Paris, Peking Macron habe in dem Gespräch deutlich gemacht, dass er sehr beunruhigt über die jüngsten Spannungen im Nahen Osten sei, teilte sein Büro mit. Frankreichs Präsident fürchte nach dem US-Ausstieg aus dem Nuklearabkommen mit Teheran um die Stabilität in der Region.

Macron hatte Trump bei einem jüngsten Staatsbesuch in Washington noch zu einem Sinneswandel beim Pakt mit dem Iran zu bewegen versucht. Der international mühsam ausgehandelte Pakt von 2015 sieht vor, dass der Iran Nuklearaktivitäten einhegt und dafür die Wirtschaftssanktionen gegen das Land gelockert werden. Nach Trumps Ankündigung, aus dem Deal auszusteigen, haben sich die Spannungen zwischen Iran und Israel zuletzt verschärft.

Mit Trump sprach Macron den Angaben zufolge auch über Handelsfragen. Regierungen in der EU ringen darum, milliardenschwere Handelsprojekte mit dem Iran zu retten, die der Atompakt möglich gemacht hat. Die Europäische Union dringt bei Washington zudem auf eine Ausnahme von den von Trump veranlassten Strafzöllen auf Stahl und Aluminium.

Indes reist Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif für Gespräche zum weiteren Umgang mit dem internationalen Atomabkommen nach China. Wie das chinesische Außenministerium mitteilte, will sich Sarif in Peking „mit relevanten Parteien über die Entwicklungen mit Blick auf die iranischen Nuklearangelegenheiten austauschen.“

China war als eines der ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat stark in die Verhandlungen zum Atompakt von 2015 eingebunden. Zudem gilt die Volksrepublik schon seit langem als enger Wirtschaftspartner Teherans. China kauft etwa rund ein Drittel der Ölausfuhren Irans auf.

Zuletzt hatte Peking sein Bedauern über Trumps Entscheidung bekundet, aus dem Atomdeal mit dem Iran auszusteigen. Zugleich betonte China, an dem Abkommen festzuhalten. Man wolle „die normale und transparente pragmatische Kooperation mit dem Iran fortführen“, hieß es dazu am Mittwoch.


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