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Donald Trump gegen Xi Jinping „Wenn es eskaliert, geht es an die Sojabohnen“

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Handelsstreit: Warum Sojabohnen so wichtig sind

„China ist auf die Sojabohnenimporte angewiesen“, erklärt Gerhard Bellof, Professor für Tierernährung an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Die aufstrebende Mittelschicht im Land möchte Fleisch essen. „Sojaschrot, aus den Sojabohnen hergestelltes Futtermittel, ist für Tiere weltweit der wichtigste Eiweißlieferant mit einem Eiweißgehalt von mehr als 40 Prozent“, sagt Bellof. Zum Vergleich: Der Eiweißgehalt von Getreide liegt gerade einmal bei einem Viertel davon.
„Der hohe Bedarf nach Sojabohnen ist ein Ausdruck der steigenden tierischen Veredlung“. Eine gute Versorgung mit Eiweiß führt in der Schweine- und Geflügelmast zu verbesserten Leistungen, was den Tierhaltern höhere Profite bringt. Unter steigenden Preisen für die Importe litten also auch die Tierhalter in China, zumal es kurzfristig keine adäquaten Ausgleichsmöglichkeiten gäbe, sollten die Sojabohnenimporte aus den USA zurückgehen, schätzt Bellof. „Zwar könnte China langfristig die Importe aus Südamerika erhöhen, aber die Bohnen werden für gewöhnlich schon ein Jahr im Voraus verkauft – kurzfristig wird es also nur schwer auszugleichen sein.“ China selbst ist also durchaus bereit, einen gewissen Preis zu zahlen, um Trump zu düpieren.

Bis zum 22. Mai hat die Farmer-Lobby in den USA nun Zeit, Trump davon zu überzeugen, Konzessionen gegenüber China zu machen, um die Schäden in Grenzen zu halten.

Ob Trump sich darauf einlässt? Im November dieses Jahres finden die so genannten Midterm Elections in den USA statt. Alle zwei Jahre werden ein Drittel der Senatoren und das gesamte Repräsentantenhaus neugewählt. Hinzu kommen viele Gouverneure. Sollten die Farmer unter Trumps Handelspolitik leiden, könnten sie den Republikanern im November die Quittung dafür geben. Allerdings bezweifelt DGAP-Handelsexpertin Schmucker, dass Trump nachgibt. „So sprunghaft Trump auf allen Politikfeldern auch ist, in puncto China verfolgt er einen konsequenten Kurs.“

Dullien sieht durchaus die Möglichkeit, dass diese Politik in Teilen erfolgreich sein könnte. „Ich will nicht sagen, dass sie gut ist“, sagt Dullien. „Aber wir müssen verstehen, dass die USA unter Trump eine strategische Agenda verfolgen, vor deren Hintergrund die Handelspolitik gar nicht so irre ist.“

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