Drohung gegen USA und Südkorea Nordkorea warnt erneut vor Atomschlag

Pjöngjang sieht in gemeinsamen Militärmanövern Südkoreas mit den USA die Vorbereitung einer Invasion im Norden. Das abgeschottete Land droht nun mit dem Äußersten.

Kim Jong Un Quelle: dpa

Die USA und Südkorea wollen am Montag mit ihren alljährlichen gemeinsamen Militärmanövern beginnen. Angesichts der Übungen warnte Nordkorea vor einem „präventiven Atomschlag der Gerechtigkeit“ auf die beiden Länder.

Solche Drohungen hat der junge nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un seit seinem Machtantritt im Dezember 2011 zu einem seiner Markenzeichen gemacht. Die Manöver, die bis Ende April dauern sollen, sind Nordkorea seit Jahren ein Dorn im Auge. Es sieht in den Übungen Vorbereitungen für eine Invasion.

Die mächtige Nationale Verteidigungskommission in Pjöngjang drohte mit Angriffen auf Ziele in Südkorea, US-Stützpunkte im Pazifik und auch auf das amerikanische Festland.

Ein Blick hinter die Kulissen von Nordkorea
Pjöngjang Quelle: Frank Zauritz für WirtschaftsWoche
Hochhäuser in Pjöngjang Quelle: Frank Zauritz für WirtschaftsWoche
Bilder von Kim Il-sung (links) und Kim Jong-il (rechts) Quelle: Frank Zauritz für WirtschaftsWoche
Speisesaal des Ausländer-Hotels Koryo Quelle: Frank Zauritz für WirtschaftsWoche
Eine Frau mit Sonnenschirm Quelle: Frank Zauritz für WirtschaftsWoche
Junge Frauen Quelle: Frank Zauritz für WirtschaftsWoche
Leute auf Betonbänken auf dem Vorplatz des Bahnhofs von Pjöngjang Quelle: Frank Zauritz für WirtschaftsWoche
Kiosk Quelle: Frank Zauritz für WirtschaftsWoche
Ri Jong Hyok Quelle: Frank Zauritz für WirtschaftsWoche
Tag 2Nah am VolkIm Plenum kommen die Abgeordneten der Obersten Volksversammlung nur zweimal im Jahr zusammen – ansonsten müssen sie auf dem Feld und in den Fabriken arbeiten. Soweit die Theorie. In der Praxis ist das Parlament vor allem dazu da, der Politik des sakrosankten Diktators Kim Jong-un den Anstrich der Legitimität zu geben. Quelle: Frank Zauritz für WirtschaftsWoche
Dolmetscher (links) und Florian Willershausen Quelle: Frank Zauritz für WirtschaftsWoche
Reisfeld Quelle: Frank Zauritz für WirtschaftsWoche
Ein Mann führt eine Kuh an einem Karren Quelle: Frank Zauritz für WirtschaftsWoche
Menschen säen Reis Quelle: Frank Zauritz für WirtschaftsWoche
Nordkoreaner auf einem Auto Quelle: Frank Zauritz für WirtschaftsWoche
Fahrradfahrer Quelle: Frank Zauritz für WirtschaftsWoche
Gedeckter Tisch Quelle: Frank Zauritz für WirtschaftsWoche
Ein LKW, ein Gerät und Arbeiter Quelle: Frank Zauritz für WirtschaftsWoche
Menschen Quelle: Frank Zauritz für WirtschaftsWoche
Arbeiter Quelle: Frank Zauritz für WirtschaftsWoche

Die Feinde der Nation „arbeiten mit blutunterlaufenen Augen daran, die Würde, Souveränität und wesentlichen Rechte (Nordkoreas) zu verletzen“, hieß es in einer Erklärung. „Wenn wir die Knöpfe drücken, um die Feinde jetzt auszulöschen, werden alle Grundlagen von Provokationen in einem Moment zu Flammenmeeren und Asche reduziert werden.“

Ein präventiver weitreichender Militärschlag ist höchst unwahrscheinlich. Es gibt außerdem Zweifel, ob Nordkorea zu solchen Angriffen überhaupt in der Lage ist. Allerdings macht der Norden mit jedem neuen Atomtest - wie dem mutmaßlich vierten dieser Art im Januar - Fortschritte bei seinem umstrittenen Atomprogramm.

Die vor Angriffslust strotzende Rhetorik aus Nordkorea ruft in Seoul und den USA Unbehagen hervor, nicht zuletzt wegen der großen Zahl an Truppen und Waffen, die sich an der weltweit am heftigsten bewachten Grenze der Welt gegenüberstehen. Die südkoreanische Hauptstadt Seoul mit ihren rund zehn Millionen Einwohnern liegt nur eine Autostunde von der innerkoreanischen Grenze entfernt.

Zwischen den rivalisierenden Koreas gibt es immer wieder Streit und manchmal auch Blutvergießen. Bei Attacken im Jahr 2010 wurden 50 Südkoreaner getötet, was nach Angaben aus Seoul auf das Konto des Nordens ging.

Zu den ohnehin schon großen Spannungen hat neben dem mutmaßlichen Atomtest auch der Start einer Langstreckenrakete vor wenigen Wochen beigetragen. Die Vereinten Nationen haben deshalb schärfere Sanktionen erhoben, die Pjöngjang zum Einlenken bewegen sollen. Südkorea wollte neue Strafmaßnahmen am Dienstag bekanntgeben.

Die diesjährigen Militärmanöver sollen laut südkoreanischen Angaben die größten jemals abgehaltenen Übungen werden. 300.000 südkoreanische und 17.000 amerikanische Militäreinheiten sollen daran teilnehmen.

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