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Ein Toter, mehrere Verletzte IS reklamiert Messerattacke von Paris für sich – Angreifer stammte aus Tschetschenien

Schreckens-Szene in einem Ausgehviertel: Im Zentrum von Paris geht ein Mann mit einem Messer auf mehrere Menschen los. Nun ermitteln Anti-Terror-Experten.

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Der Angriff ereignete sich im 2. Pariser Arrondissement 300 Meter von der Opéra Garnier entfern. Quelle: dpa

Einmal mehr hat der Terror die französische Hauptstadt heimgesucht: Nur rund 300 Meter von der Opéra Garnier entfernt hat am Samstagabend ein Mann, der angeblich dem „Islamischen Staat“ angehörte, in Paris einen Menschen getötet und mehrere verletzt.

Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft von Paris hat die Ermittlungen über den Anschlag im 2. Pariser Arrondissement übernommen. Die Nachrichtenagentur „Amaq“ der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hatte in der Nacht geschrieben, der Täter sei „ein Soldat des IS“ gewesen.

Die Polizei konnte den Täter noch in der Nacht identifizieren. Der junge Mann sei 1997 in der Teilrepublik Tschetschenien im russischen Nordkaukasus geboren worden, bestätigten Justizkreise der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Ermittler hätten seine Eltern am Sonntagmorgen in Gewahrsam genommen. Der Terrorverdächtige hatte am Samstagabend in der Pariser Innenstadt Menschen mit einem Messer angegriffen und dabei einen 29 Jahre alten Passanten getötet. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte die Bluttat für sich reklamiert.

Die Tat ereignete sich in der Nähe der Opéra Garnier. In dem Viertel liegen auch viele große Kaufhäuser und Geschäfte sowie Kinos und Musikclubs und einige Restaurants. Die Rue Monsigny, in der die Polizei den Täter stellte, ist allerdings eher ruhig. Sie war noch Stunden nach der Tat abgesperrt. Starke Sicherheitskräfte der kasernierten Polizei CRS und der Pariser Polizei sicherten die Straße ab, während die Justizpolizei den Tatort untersuchte.

Ein Kellner eines Restaurants berichtete im Radiosender Europe 1, der Mann habe wahllos auf alle Passanten eingestochen, die ihm auf der Straße entgegenkamen. Er rief dabei auf Arabisch „Gott ist groß“. Er sei auch in ein Restaurant eingedrungen. Der Attentäter habe auf ihn den Eindruck gemacht, „verrückt zu sein oder völlig unter Drogen zu stehen.“

Die Polizei war sich offenbar schnell sicher, dass nur ein Täter aktiv war, denn sie verzichtete auf eine weiträumige Sperrung der Zone. Dennoch rückten noch eine Stunde nach der Tat Dutzende schwer bewaffnete Polizisten an, während die maskierten Mitglieder der Justizpolizei sich gegen 23 Uhr zurückzogen.

In der Nacht äußerte sich Premierminister Edouard Philippe in Paris zu dem Anschlag. „Die Polizei hat sehr schnell reagiert und dadurch verhindert, dass es noch mehr Opfer gab“, sagte er. Der Premier dankte den Sicherheitskräften. Um 21:47 sei der erste Notruf eingegangen, bereits neun Minuten später sei der Täter „neutralisiert“ gewesen. Neutralisiert ist der französische Euphemismus für getötet.

Nachdem er einen Menschen getötet, zwei schwer und zwei leicht verletzt hatte, stürzte der mit einem Messer bewaffnete Mann sich auf die zu Hilfe kommenden Polizisten. Zwei versuchten, ihn mit einem Taser, einer Elektroschock-Pistole, abzuwehren, was aber nicht gelang. Da er weiter auf die Polizisten eindrang, habe ein dritter Beamter seine Waffe gezückt und ihn erschossen, sagte ein Vertreter der Polizeigewerkschaft.

Der Anschlag ruft die Erinnerung an frühere Attentate in Paris und anderen Städten wach, auch wenn die Zahl der Opfer diesmal wesentlich geringer ist. In der Tat haben die Sicherheitskräfte sich mittlerweile sehr effizient auf die Bedrohung eingestellt und sich innerhalb kürzester Zeit am Ort des Geschehens.

Die Pariser zeigten sich nicht besonders beeindruckt: In unmittelbarer Nähe zum Tatort suchten sie auch nach dem Anschlag Bars und Restaurants auf, als sei nichts geschehen.

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