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Ende der Boomjahre? Absturzgefahr in Australien

Australien wählt ein neues Parlament. Die Stimmung ist gut, denn die Wirtschaft ist hervorragend durch die Weltfinanzkrise gekommen. Doch das Ende des Rohstoffbooms und die Abhängigkeit vom chinesischen Markt bedrohen die Erfolgsstory des Landes.

Australiens Premierminister Kevin Rudd und Gegenspieler Tony Abbott Quelle: AP

Was für ein Wahlkampf? Folgt man den Wahlplakaten und den Web-Sites der beiden großen Parteien des Landes, hängt das künftige Wohl Australiens davon ab, ob Eltern schulpflichtiger Kinder vom Staat eine Sonderzahlung bekommen, ob der riesige Inselstaat Bootsflüchtlinge ins Land lässt oder ob gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürften. Alles Fragen, die mit den wirklichen Problemen wenig zu tun haben. Weshalb sich nach dem Ende des Wahlkampfgetöses jetzt endlich auch die Politiker den relevanten Themen zuwenden können.

Anders als die meisten Industrieländer ist Australien hervorragend durch die Weltfinanzkrise gekommen. Das hatte zwei Gründe: den Rohstoffreichtum und die geografische Nähe zu den aufsteigenden Volkswirtschaften Ostasiens. Nun aber sieht es nach einem Ende des gewaltigen Wachstums in China aus, und der internationale Rohstoffboom scheint beendet zu sein. Australiens Bergbau trug bislang zehn Prozent zur Wirtschaftsleistung und 30 Prozent zum Export bei: Das ist jetzt bedroht.

Zu der Frage, welche Branchen und welche Standortvorteile in Zukunft den heutigen Wohlstand des Landes bewahren könnten, war von den australischen Politikern im Wahlkampf allerdings nicht allzu viel zu hören. Das galt für die bisher regierenden Sozialdemokraten („Labor“) wie für die eher konservative Liberal Party, die in den Umfragen vor der Wahl deutlich vorn lag.

Wirtschaftswachstum und Wechselkursentwicklung in Australien Quelle: IWF, St. George Bank

Dabei haben die Australier viel zu verlieren. Die OECD hat ihnen noch in diesem Mai in einer „Better-Living“-Studie die Bestnote gegeben: Keine Nation in den anderen 35 Industrieländern lebt besser, sicherer und glücklicher als die Menschen Down Under. Ihre Wirtschaft wächst seit 21 Quartalen, Australien hat bei allen Ratingagenturen die Bestnote, die Arbeitslosenquote liegt bei nur 5,7 Prozent.

Was dem Labor-Premierminister Kevin Rudd im Wahlkampf kaum half. Als deutlicher Favorit ging sein konservativer Gegenspieler Tony Abbott ins Rennen, Chef der Liberal Party – nicht nur wegen der im Wahlkampf hochgespielten marginalen Themen.

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