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Ende jahrzehntelanger Eiszeit USA und Kuba eröffnen Botschaften

Nach Jahrzehnten der Feindschaft haben die USA und Kuba ihre diplomatischen Beziehungen offiziell wieder aufgenommen. Im Jahr 1961 waren die Beziehungen abgebrochen worden.

Das Ende der Eiszeit
Revolutionäre an die Wand Die meistgefeierten Revoulutionsführer Ernesto „Che“ Guevara, „El Commandante en Jeffe“ Fidel Castro, der „Maximo Lider“, und Camilo Cienfuegos (von links). Unten links die Yacht „Granma“, mit der die Revolutionäre 1956 von Mexiko nach Übersetzen und ihren Guerillakampf begannen. Quelle: Henning Krumrey
Jugend und Alter Die Mehrzahl der Häuser in Havanna sind in einem beklagenswerten Zustand. In die historische Altstadt fließen UNESCO-Mittel, um das Weltkulturerbe zu retten – in den normalen Wohnvierteln ist wenig Hilfe in Sicht. Quelle: Henning Krumrey
Machete gegen Mörtel Der Trümmermann in einem Quartier südlich der Innenstadt bereitet das Material für den Wiederaufbau vor. Quelle: Henning Krumrey
Tristesse an der Prachtstraße Selbst am viel gerühmten „El Malecon“ stehen etliche Häuser leer und vergammeln Quelle: Henning Krumrey
Auto-Torso Die alten amerikanischen Straßenkreuzer lassen sich oft nur mit größtem handwerklichen Geschick und vollem Körpereinsatz flott halten. Quelle: Henning Krumrey
Kubanische Flotte Zum Straßenbild gehören die aufpolierten US-Schlitten, die Cadillacs und Chevrolets der 50er und frühen 60er Jahre, die Touristen durch die Stadt kutschieren Quelle: Henning Krumrey

Historischer Moment nach jahrzehntelanger diplomatischer Eiszeit: Kuba und die USA eröffnen am Montag wieder Botschaften im jeweils anderen Land. Für den Morgen hat die kubanische Regierung in ihrer Vertretung in Washington eine feierliche Zeremonie mit 500 Gästen geplant. Zum ersten Mal seit dem Bruch 1961 zwischen beiden Ländern soll dann auch die kubanische Flagge an dem Gebäude in den USA wehen. In der kubanischen Hauptstadt Havanna wurde die diplomatische Mission der USA nach Mitternacht ebenfalls formal zur Botschaft. Doch die US-Flagge soll erst bei einer offiziellen Zeremonie im August mit Außenminister John Kerry gehisst werden.

Die größten Gläubiger der USA

USA und Kuba hatten am 17. Dezember 2014 bekanntgegeben, dass sie nach mehr als 50 Jahren der Eiszeit wieder volle diplomatische Beziehungen aufnehmen wollen. Seit Ende der 70er Jahre unterhielten sie im jeweils anderen Land Missionen, die diplomatisch in der Verantwortung der Schweiz stehen und nicht den gleichen Status wie Botschaften haben.

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Trotz der Rückkehr zu vollem diplomatischen Status müssen sich beide Länder über vieles noch einig werden. Ungeklärt ist etwa die Frage der Entschädigung für auf Kuba beschlagnahmten amerikanischen Besitz, aber auch ein möglicher Schadenersatz für die Folgen des seit 53 Jahren geltenden US-Wirtschaftsembargos gegen Kuba oder die Menschenrechtslage auf der Karibikinsel. „Es ist ein historischer Moment“, sagte der langjährige kubanische Diplomat Carlos Alzugaray mit Blick auf die Wiedereröffnung der Botschaften. Es werde weiterhin Differenzen zwischen beiden Ländern geben, zwischen denen eine tiefe ideologische Kluft herrscht. „Doch die Art, wie die Konflikte behandelt werden, hat sich völlig geändert“, meinte er.

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