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Enthüllungsbuch „Fire and Fury“ Der entzauberte Trump-Clan

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Donald jr. und Eric Trump

Die ältesten Söhne des Präsidenten übernahmen nach der Wahl offiziell das Tagesgeschäft der Trump-Organisation – eine Rolle, in der sie sich potenziell hätten entwickeln und aus dem Schatten ihres Vaters heraustreten können. Doch laut „Fire and Fury“ hat der Präsident daran kein Interesse.

Trump halte seine Söhne, 39 und 33 Jahre alt, in einer „erzwungenen infantilen Beziehung“ zu sich, schreibt Wolff. Der Präsident genieße es zudem darauf hinzuweisen, „dass die beiden wohl hinten im Raum standen, als der liebe Gott Gehirne verteilte“. Sonderlich beliebt scheinen sie im Trump-Universum ebenfalls nicht zu sein. Hinter ihrem Rücken würden die Brüder Udai und Kusai genannt – nach den Söhnen Saddam Husseins.

Vom allem Donald jr. hat derzeit jedoch größere Probleme. Sein Treffen mit einer russischen Anwältin während des Wahlkampfs wirft bis heute Fragen auf. Der Erstgeborene hatte sich auf den Termin eingelassen, nachdem ihm ein Bekannter „Dreck“ über die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton versprochen hatte. Ex-Stratege Bannon nannte das Treffen laut Autor Wolff „verräterisch“, „unpatriotisch“ und „verrückt“.

Auch für den Präsidenten könnte das Meeting noch problematisch werden. Schließlich hat Trump bislang stets zurückgewiesen, etwas über die Beziehungen seines engen Umfelds zu russischen Akteuren gewusst zu haben. Bannon bezweifelt, dass das stimmt. Die Chance, dass Don jr. seinem Vater nichts von dem Treffen erzählt hat, sei „Null“, zitiert Wolff den Breitbart-Chef.

Bislang muss sich jedoch vor allem Don jr. mit den Auswirkungen des Treffens herumschlagen. Er wurde bereits vor den Kongress zitiert, auch Sonderermittler Mueller soll sich für das Meeting im Trump Tower interessieren. Damit steht Don jr. auch in diesem Jahr zwar im Rampenlicht, jedoch ganz anders als geplant. Im vergangenen Frühjahr hatte er noch mit einer Kandidatur für das Amt des Gouverneurs von New York geliebäugelt. Diese Pläne hat er mittlerweile fallengelassen.

Melania Trump

Trumps dritte Ehefrau befürchtete früh, dass ihr Mann tatsächlich Präsident werden könnte. Als er dann tatsächlich gewann, soll sie laut Wolff „in Tränen aufgelöst“ gewesen sein – und zwar nicht aus Freude.

Anders als ihre Vorgängerinnen als First Lady hält Melania Abstand zu den offiziellen Funktionen des Weißen Hauses. Auf dem Papier bekämpft sie Mobbing im Internet, viel mehr als eine Rede zum Thema bei einer Veranstaltung der Vereinten Nationen steht bislang allerdings nicht zu Buche.

Auch sonst hält Melania Abstand von der Präsidentschaft ihres Mannes – und vom Präsidenten selbst. Ins Weiße Haus zog sie erst Monate nach dem Beginn von Trumps Amtszeit, laut Wolff schläft das Paar in getrennten Zimmern.

Tiffany und Barron Trump

Trumps jüngste Kinder spielen keine offizielle Rolle in seiner Präsidentschaft. Tochter Tiffany studiert an der Georgetown University in Washington DC und macht ansonsten gelegentlich mit Instagram-Posts auf sich aufmerksam. In Wolffs Buch wird sie als einziges Trump-Kind nicht einmal namentlich erwähnt.

Auch Barron Trump kommt kaum vor. Kein Wunder, mit gerade einmal elf Jahren ist vom jüngsten Sohn des Präsidenten keine tragende Rolle in einem Buch über das dysfunktionale Weiße Haus zu erwarten. Allerdings machte auch Barron hin und wieder kleinere Schlagzeilen. So stand er etwa nach der Wahl seines Vaters zum Präsidenten offensichtlich übermüdet mit seiner Familie auf der Bühne und gähnte sich durch dessen Siegesrede – sehr zur Freude der anwesenden Medien.

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