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Enthüllungsbuch über Japan Das kriminellste Unternehmen der Welt

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Der US-Journalist Jake Adelstein.

Tradition zwischen Kiomono und Quelle: REUTERS

Das Familienleben von Jake Adelstein leidet, wenig überraschend, massiv unter seiner Arbeit. Vermutlich hätte sich eine westliche Frau längst von ihm geschieden, aber im japanischen Kulturkreis bleibt man eben auch zusammen, wenn der Mann praktisch kaum noch zuhause ist, viel Geld für Alkohol ausgibt, im Hinterzimmer übernachtet und sexuell alles andere als monogam lebt: "Natürlich hätte ich mit meiner Frau reden sollen, aber ich tat es nicht. Wann auch, ich war ja kaum zu Hause." Adelstein muss sich irgendwann so sehr um die Sicherheit seiner Frau und des Kindes sorgen, dass er am Ende seiner Karriere mit ihnen in die USA zieht.

Enge Verflechtungen mit ausländischen Banken

Adelstein kämpft vor allem gegen die Yakuza. Man könnte diese Organisation auch Mafia nennen oder eine Verbrecherorganisation, aber das würde es nur zum Teil treffen. Yakuza ist ein Geflecht aus über 1000 Firmen. Sie verdient ihr Geld mit illegalen Geschäften, häufig Immobilienbetrügereien, Firmenplünderungen - aber auch Drogenverkauf. Die Verflechtungen mit ausländischen Banken sind eng. "Die Credit Suisse ist nicht die erste ausländische Bank, bei der sie Geld gewaschen hat", schreibt Adelstein. Zehntausende "Mitarbeiter" stehen in den Diensten der Yakuza. Sie hat Parteien mitgegründet und kontrolliert weite Teile der Behörden.

Die Macht der Yakuza geht weit: Die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung ist in Japan immer noch nicht strafbar. Was die Polizei in Ländern wie Italien gegen die Mafia als Mittel einsetzen darf, ist in Japan nicht denkbar. Nicht einmal Telefone dürfen überwacht werden. Geständige bekommen kaum mildernde Umstände. Da wundert es nicht, dass Journalisten viel zur Aufklärung von Delikten beitragen können wie Polizisten. Das Zusammenspiel zwischen ihnen und Journalisten ist enger als in jedem anderen Land. Die Yakuza finanziert wichtige Filmstudios - und sorgt so für eine ihr passende öffentliche Meinung.

Adelstein kommt einem der obersten Gangster der Yakuza auf die Schliche. Der brauchte eine Lebertransplantation in den USA (Alkohol spielt bei den Kriminellen eine genauso große Rolle wie bei Polizisten und Journalisten) und macht dafür einen Deal mit dem FBI: Er bekommt ein Visum und darf sich seine neue Leber einsetzen lassen, wenn er dem FBI alle Deckfirmen der Yakuza in den USA nennt. Die Millionensumme für das Krankenhaus stammt aus kriminellen Geschäften, piekfeine Geldwäscherei also.

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    Zuerst drohte die Yakuza Adelstein Gewalt an. Doch der wand sich geschickt heraus, wartete ein wenig. So so musste die Organisation auf andere Mittel zurückgreifen, wie Adelstein berichtet: Sie bot ihm 500 000 Dollar an, doch er lehnte ab. Stattdessen veröffentliche er dieses Buch. Gut so für uns Leser. Denn Adelstein hat wirklich viel zu erzählen.

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