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Erdbeben in China Zehntausende Chinesen trauen sich nicht in ihre Häuser zurück

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Zehntausende Bewohner der Quelle: REUTERS

Im Minutenabstand fahren die Notarztwagen vor dem Zentralkrankenhaus in Mianyang vor. Wild gestikulierende Helfer drängen Schaulustige zur Seite waehrend Ärzte und Krankenschwestern hektisch die Schwerverletzten aus den Krankenwagen tragen. Mehr als 1000 Verletzte aus Beichuan haben sie bereits in dem Krankanhaus in Mianyang untergebracht. Doch die Kapazitaeten reichen bei weitem nicht. Viele der Kranken haben die Krankenschwestern auf Decken in die Empfangshalle gelegt. Die regulären Patienten wurden ausquartiert und in Zelten auf dem Vorplatz untergebracht.

Doch es fehlt in der Krisenregion nicht nur an Krankenhausbetten.  Weil es viel zu wenig Krankenwagen gibt, fahren die Retter die Schwererletzten in Gemüselastern ins Krankenhaus nach Mianyang, auf ausgehängten Holztüren tragen die Ärzte die mit Blut und Erde verschmierten Menschen in die Einganshalle. Es sind dramatische Szenen, die sich vor dem Zentralhospital abspielen. Ein klappriger Linienbus fährt vor. Auch er bringt Verletzte aus Beichuan. Die Helfer schreien durcheinander, drei der Patienten in dem Bus sollen auf der Fahrt gestorben sein. Drei Krankenschwestern tragen eine alte Tür herbei, um eine schwer verletzte Frau abzutransportieren. Andere Patienten, darunter auch Kinder, tragen die Retter Huckepack aus dem Bus.

„Ich war vor meiner Schule bei einer Theateraufführung“, sagt die Schülerin Wang, die gerade aus Beichuan gekommen ist, „da stürzte das ganze Gebäude ein.“ Die erste Etage wurde durch die Wucht des Bebens komplett in die Erde gedrückt. Etwa 500 Kinder und Jugendliche sollen sich zur Zeit des Einsturzes in der Schule aufgehalten haben. „Die Stadt existiert praktisch nicht mehr“, sagt Wang, die immer noch das traditionelle chinesische Kostüm ihrer Theateraufführung trägt. Von internationaler Hilfe ist in der Region Beichuan bislang kaum etwas zu sehen. Es ist vor allem die chinesische Armee, die derzeit mit immer mehr Lkw in die Krisenregion vorrückt. Weil die Lage in Beichuan offenbar so dramatisch ist, hat die Stadtverwaltung Mianyang nun alle öffentlichen Angestellten, die jünger als 50 sind nach Beichuan abgeordnet, um die Rettungsarbeiten zu unterstützen. Außerdem wurden sämtliche Baufahrzeuge der Stadt in die Krisenstadt verlegt.

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