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ESRB-Bericht Risikowächter: EU-Länder sollen Insolvenzwelle verhindern

Nach Ansicht des Systemrisikorates müssen die Regierungen Bedingungen für Umschuldungen schaffen – zum Beispiel, indem sie Kredite in Zuschüsse umwandeln.

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Viele Unternehmen geraten in der Coronakrise unter Druck. Quelle: dpa

Die Regierungen der EU-Länder sollten aus Sicht der europäischen Risikowächter einspringen, um eine Welle von Insolvenzen pandemiegeschwächter Unternehmen zu verhindern. Es obliege zwar den Banken, gesunde Geschäfte zu identifizieren und Schulden umzustrukturieren, aber Regierungen sollten unterstützend eingreifen, erklärte der Europäische Systemrisikorat (ESRB) am Mittwoch in einem Bericht.

Die Regierungen könnten Kredite in Zuschüsse oder andere Hilfen unter den neuen EU-Regeln umwandeln. „Die oberste Priorität muss für die Mitgliedstaaten sein, die richtigen Bedingungen für erfolgreiche Umschuldungen zu schaffen“, betonten die Risikowächter

Experten halten es für denkbar, dass die Firmenpleiten in diesem Jahr verglichen mit den Zahlen von vor der Pandemie deutlich steigen werden. Zu den Gründen zählt nicht nur die Länge der Krise. In vielen EU-Ländern laufen zudem Notfallmaßnahmen wie Kreditgarantien und andere Stützungsmaßnahmen aus oder sind bereits beendet worden.

Aus Sicht der Risikowächter sollten effektive Insolvenzverfahren eingerichtet werden, um die Vermögenswerte von Firmen zu verwerten, die wegen der Pandemie nicht mehr überlebensfähig sind.

Der ESRM rief Regierungen und Banken zudem dazu auf, mit ihren Planungen für das Ende der Pandemie zu beginnen und für ein reibungsloses Auslaufen der Unterstützungsmaßnahmen zu sorgen. Der in Frankfurt ansässige ESRB wurde 2010 in Reaktion auf die Finanzkrise gegründet und soll als Frühwarnsystem auf Gefahren für die Stabilität des Finanzsystems in der EU hinweisen. Der Verwaltungsrat steht unter dem Vorsitz von EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Mehr: Top-Banker rechnen 2021 mit Insolvenzwelle und Filialsterben

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