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EU-Austritt Britische Finanzlobby sieht nur geringe Brexit-Gefahren für London

Die britische Bankenvereinigung sieht dem Brexit unbesorgt entgegen: Die Finanzbranche werde den Austritt weitgehend unbeschadet überstehen, heißt es.

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Die Bankenlobby glaubt, London werde der wichtigste Finanzplatz Europas bleiben. Quelle: dpa

Frankfurt Die britische Finanzbranche wird nach Einschätzung ihrer Lobbyvereinigung den Brexit weitgehend unbeschadet überstehen. „Ich glaube nicht, dass der Finanzplatz London langfristig irreparablen Schaden nehmen wird“, sagte der Verwaltungsratschef der britischen Großbank Barclays, John McFarlane, der Nachrichtenagentur Reuters in seiner Eigenschaft als Chef der Finanzlobby „The CityUK“.

London werde der wichtigste Finanzplatz in Europa bleiben. McFarlane zeigte sich in dem am Mittwoch veröffentlichten Interview zuversichtlich, dass es Premierministerin Theresa May gelingen wird, einen ungeordneten Brexit ohne Abkommen zu vermeiden. Die britische Regierung müsse bei den EU-Austritts-Verhandlungen aufs Tempo drücken, forderte McFarlane.

Das vor rund zwei Wochen verabschiedete Weißbuch der britischen Regierung zu den Brexit-Verhandlungen hatte in der Finanzbranche für einen Aufschrei gesorgt. Die britische Regierung pocht nicht mehr auf die gegenseitige Anerkennung von Regulierungen beider Seiten, sondern strebt nun „neue regulatorische Vereinbarungen“ an.

Diese sollten eine erweiterte Version der bestehenden Bestimmungen sein. McFarlane zeigte sich zuversichtlich, dass May Verhandlungserfolge erzielen kann. „Die wirtschaftliche Logik muss sich irgendwo durchsetzen und wir haben eine sehr gute Chance etwas zu erreichen.“

Die politische Repräsentantin der City of London, Catherine McGuinness, hatte am Dienstag erklärt, kurzfristig dürfte das Londoner Finanzzentrum 3500 bis 12.000 Arbeitsplätze an EU-Länder verlieren. Unter Umständen könne es aber „viel mehr“ Jobverluste geben, sagte McGuinness.

In der britischen Finanzbranche arbeiten gut zwei Millionen Menschen, knapp 400.000 in London. Viele Banken, Versicherer und Vermögensverwalter haben sich Standbeine in anderen EU-Ländern geschaffen, um ihren Kunden auch nach dem Brexit nächsten März weiter ungehindert Finanzdienstleistungen anbieten zu können.

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