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EU-Kommissionspräsidentin Von der Leyen appelliert: „Europa muss die Sprache der Macht lernen“

Die künftige EU-Kommissionspräsidentin fordert Europa auf, mehr Initiative zu ergreifen und seine Interessen deutlicher zu vertreten – beispielsweise in der Handelspolitik.

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Die designierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen setzt sich für die Erweiterung der EU ein. Quelle: dpa

Europa muss nach Auffassung der neuen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen energischer in der Welt auftreten. „Europa muss auch die Sprache der Macht lernen“, sagte sie am Freitag in Berlin in einer Europa-Rede vor der Konrad-Adenauer-Stiftung.

„Das heißt zum einen, eigene Muskeln aufbauen, wo wir uns lange auf andere stützen konnten – etwa in der Sicherheitspolitik“, sagte die frühere Verteidigungsministerin laut vorab verbreitetem Redetext. „Zum anderen die vorhandene Kraft gezielter einsetzen, wo es um europäische Interessen geht.“

Als Beispiel nannte von der Leyen die Handelspolitik. China sei zwar ein wichtiger Handelspartner für Europa. Aber umgekehrt sei die EU Pekings größter Handelspartner. „Wir können die Bedingungen beeinflussen, zu denen wir Geschäfte machen“, sagte von der Leyen. Dies geschehe auch bereits.

So freue man sich über jedes ausländische Unternehmen, das an Ausschreibungen in der EU teilnehme, sei es für den Bau von Autobahnen oder Stromtrassen. „Aber wir werden künftig stärker darauf achten, dass sich diese Unternehmen auch an unsere Standards halten, was beispielsweise Arbeitsbedingungen und Umweltschutzvorschriften angeht.“

Von der Leyen rief Europa auf, sich auf seine Stärken zu besinnen. Für Verzagtheit gebe es keinen Grund. „Europa ist heute attraktiver als wie selbst oft glauben.“ Europa möge hinsichtlich seiner Bevölkerung älter und weniger werden. „Aber wir haben etwas, was unschätzbar ist: Rechtsstaat, Freiheit, Demokratie, Offenheit für viele Lebensentwürfe – das finden junge Menschen nicht in China oder Russland.“

Die neue Kommissionspräsidentin sprach sich für eine „strategische Erweiterungspolitik“ aus. „Dass der Westbalkan eine europäische Perspektive hat, ist in unserem Interesse. Wir teilen denselben Kontinent, dieselbe Geschichte, dieselbe Kultur und dieselben Herausforderungen.“

Mit Nordmazedonien und Albanien müssten Beitrittsgespräche beginnen. Beide Länder hätten alle Forderungen erfüllt. „Wenn wir Europäer dem Westbalkan keine Perspektive an unserer Seite geben, dann werden andere in diese Lücke stoßen, seien es China oder Russland, die Türkei oder Saudi-Arabien“, warnte von der Leyen.

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