WiWo App Jetzt gratis testen!
Anzeigen

Euro-Gipfel in Brüssel Merkel signalisiert Kompromissbereitschaft mit Griechenland

Obwohl sich Griechenland in einer schweren Schuldenkrise befindet, zeigt sich der Athener Regierungschef Alexis Tsipras zuversichtlich. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist bereit, Kompromisse einzugehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel Quelle: dpa

Trotz des harten Widerstands der Gläubiger kämpft Griechenland weiter um Erleichterungen beim Abbau seiner Schuldenlast. Auch nach den ergebnislosen Verhandlungen der Euro-Finanzminister äußerte sich der neue Athener Regierungschef Alexis Tsipras am Donnerstag hoffnungsfroh. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir eine für beide Seiten tragfähige Lösung finden“, sagte er vor seinem ersten EU-Gipfel in Brüssel.

Die Finanzmärkte bewahren offenbar ebenfalls fürs erste Ruhe, obwohl die nächtliche Runde der Finanzminister noch nicht einmal eine gemeinsame Erklärung gebracht hatte. Offenbar mit Blick auf neue Verhandlungen am Montag verzeichnete die Athener Börse einen Kursanstieg von zeitweilig drei Prozent.

Tsipras traf in Brüssel auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen. Sie begrüßte den 40-jährigen Regierungschef warm und liebenswürdig, obwohl der im Wahlkampf auch Deutschland für das harte Sparen und die schlechte Wirtschaftslage in Griechenland verantwortlich gemacht hatte.

Wie sich EZB und Euro-Länder vor neuen Turbulenzen schützen

Kurz vor ihrer ersten Begegnung mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras hat Merkel Kompromissbereitschaft im Schuldenstreit signalisiert. "Europa ist darauf ausgerichtet, und das ist auch der Erfolg Europas, einen Kompromiss zu finden", sagte Merkel vor Beginn des informellen EU-Gipfels in Brüssel, auf dem sie Tsipras zum ersten Mal traf. Die beiden Regierungschefs begrüßten sich lächelnd mit einem Händedruck und sprachen kurz miteinander.

Nach griechischen Angaben gratulierte Merkel Tsipras dabei zu seinem Wahlsieg. Zudem habe sie erklärt, sie hoffe auf eine gute Kooperation trotz der Schwierigkeiten. Tsipras habe lächelnd geantwortet: "Das hoffe ich." Die neue linksgerichtete Regierung Griechenlands will die Hilfsprogramme der internationalen Geldgeber und die Aufsicht durch die sogenannte Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) beenden. Deutschland als der größte Einzel-Kreditgeber der Euro-Zone pocht dagegen auf eine Einhaltung der Vereinbarungen.

Vor der Begegnung mit Tsipras sagte Merkel vor Journalisten, dass Kompromisse eingegangen würden, wenn die Vorteile die Nachteile überwögen. "Deutschland ist dazu bereit." Allerdings beruhe die Glaubwürdigkeit Europas darauf, dass Regeln eingehalten würden und man verlässlich zueinander sei. Tsipras äußerte sich bei seiner Ankunft in Brüssel zuversichtlich, dass im Schuldenstreit eine gemeinsame Lösung gefunden werde und die Wunden der harten Sparpolitik zu heilen.

Auch Tsipras' erste Äußerungen in Brüssel wirkten versöhnlich. „Wir müssen eine Lösung finden, die die Positionen beider Seiten respektiert“, sagte der Ministerpräsident. „Diese Vereinbarung muss also auf den innersten Werten Europas gründen - Demokratie und die Wahlentscheidung des Volkes - und ebenso auf der Notwendigkeit, die europäischen Regeln zu respektieren.“

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%