Euro-Krise Keine Entwarnung für Europa

Die europäischen Börsen reagieren positiv auf die Ankündigung der EZB, italienische und spanische Staatsanleihen zu kaufen. Die fundamentalen Probleme der Länder jedoch bleiben. Für eine Entwarnung in Europa ist es zu früh.

Robert Halver, Chefanalyst der Quelle: dapd

Auch wenn der befürchtete Kursrutsch an Europas Börsen am Montag morgen ausblieb, steht Europa erneut eine turbulente Woche an den Finanzmärkten bevor. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte mit ihrer Ankündigung vom Sonntagabend, spanische und italienische Staatsanleihen zu kaufen, die befürchtete Panik verhindert. Doch noch ist nicht klar, wie lange diese Strategie funktioniert. Und die grundlegenden Wirtschaftsprobleme der Eurozone sind weiter ungelöst.

Merkel und Sarkozy versuchen zu beruhigen

In einem gemeinsamen Communiqué haben Kanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy am Sonntag ausdrücklich die Reformbemühungen von Italien und Spanien gelobt. Beide Staaten standen in der vergangenen Woche besonders unter Druck. Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen beider Länder hatten sechs Prozent deutlich überschritten. Heute gingen sie auf etwas über fünf Prozent zurück - das Niveau, das sie nach dem Krisen-Gipfel vom 21. Juli erreicht hatten.

Für eine Entwarnung ist es aber deutlich zu früh. Noch können die Konsequenzen der Herabstufung der US-Bonität am Freitag durch die Rating-Agentur Standard & Poor´s gar nicht abschließend umrissen werden, da es bisher nie einen vergleichbaren Fall gegeben hat. Die USA haben zum ersten Mal ihr Top-Rating verloren. Die Herabstufung kommt noch dazu zu einer Zeit, in der die Märkte wegen der andauernden europäischen Schuldenkrise ohnehin nervös sind und die angeschlagenen Banken ein weiterer Risikofaktor ist.

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