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Euro-Krise Mini-Staaten gefährden den Euro

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Grafik: Die Haushaltslage der kleinen Euro-Staaten

Schon im Frühsommer hatte die EU-Kommission den Zyprioten einen Rüffel erteilt, als sie sich im Rahmen der verbesserten Überwachung der Euro-Länder den Haushalt des Inselstaates genauer ansah. Brüssel monierte, dass die Regierung Nachtragshaushalte verabschiedet, die jeden Konsolidierungsversuch zunichte machen. Doch der Bericht hatte keine Signalwirkung. Aufmerksam wurde die Öffentlichkeit erst, als die Ratingagentur Moody’s die Kreditwürdigkeit des Landes vorvergangene Woche auf Baa1 herunterstufte. Damit notieren die Anleihen Zyperns nur noch drei Stufen über Ramsch-Status.

Wenig Interesse fanden bisher auch die Warnungen aus Brüssel in Richtung Slowenien, das wie Zypern seine Ausgaben nicht unter Kontrolle bekommt. Für dieses Jahr prognostiziert die EU-Kommission einen Schuldenstand von knapp 45 Prozent des BIPs, was harmlos erscheinen mag. Seit 2008 hat sich der Wert aber mehr als verdoppelt – Beweis für eine beängstigende Schuldendynamik. „Wenn das so weitergeht, findet sich unser Land bald in der Position von Griechenland, Portugal oder Irland wieder“, warnt Notenbankchef Marko Kranjec.

Kroatien tritt 2013 der EU bei

Das kleine Malta überschreitet schon jetzt mit einer Schuldenquote von 68 Prozent die zulässige 60-Prozent-Marke. Und trübt sich die Konjunktur in Europa und der Welt ein, worauf viele Frühindikatoren hindeuten, könnten selbst ökonomische Musterknaben in Probleme geraten. Beispiel Slowakei: Das Land kann ordentliche Wachstumsraten vorweisen, die Ratingagenturen schauen wohlwollend nach Bratislava, die EU-Kommission geht davon aus, dass das Defizit in diesem Jahr von 7,9 auf 5,1 Prozent des BIPs sinken wird. Doch die Prognose könnte obsolet werden, wenn bei einer verdüsterten Weltkonjunktur die Auslandsaufträge wegbrechen – die Slowakei hat eine Exportquote von rund 80 Prozent.

Der Flächenbrand bei den europäischen Staatsfinanzen hält Brüssel derweil nicht davon ab, die Aufnahme weiterer Länder in die Europäische Union voranzutreiben: Im Juni haben die Staats- und Regierungschefs den Beitritt Kroatiens beschlossen. Voraussichtlich 2013 dürfte der Balkanstaat dazustoßen – als Nummer 28.

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