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Euro-Krise Weit und breit kein Retter für Schwergewicht Italien

Der europäische Rettungsfonds kann Italien nicht helfen. Dafür ist das Land zu groß. Doch um sich selbst aus dem Sumpf zu ziehen, sind die Südeuropäer zu schwach. Italien muss mit dem Schlimmsten rechnen.

Italien muss sich selbst Quelle: dpa

Die deutsche Position ist klar – und wenig überraschend. Italien ist zu groß, um gerettet zu werden. Daran gibt es innerhalb der Bundesregierung keine Zweifel. Wie sollte es auch. Das Land ist mit mehr als 1,8 Billionen Dollar verschuldet. Das sind mehr als 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) – und über 60 Prozent des deutschen BIP.

Um Italien so zu stabilisieren, dass es sich wieder günstig Geld am Kapitalmarkt beschaffen kann, müsste der Rettungsfonds EFSF um 987 Milliarden Euro aufgestockt werden, rechnet Uri Dadush, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Harvard University vor. Sollte darüber hinaus auch Spanien gerettet werden, müssten weitere 500 Milliarden Euro in den Fonds fließen, so Dadush.

EZB-Kauf könnte verpuffen

Die Staats- und Regierungschefs der Eurozone haben gerade erst beschlossen, den Rettungsschirm auf 440 Milliarden Euro aufzustocken. Selbst dieser Schritt war innerhalb des Euroraums stark umstritten.

Zunächst hilft die Europäische Zentralbank (EZB) dem hoch verschuldeten Italien. Wie angekündigte, kaufte die EZB italienische und spanische Staatsanleihen (hauptsächlich mit einer Laufzeit von fünf Jahren) in Höhe von rund zwei Milliarden Euro, so Börsenhändler gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Mit diesem Schritt wollen die Währungshüter Vertrauen schaffen. Zunächst mit Erfolg. Die Renditen der entsprechenden italienischen Anleihen gaben in der Spitze um einen Prozentpunkt auf 4,58 Prozent nach, die der spanischen fielen ebenfalls um rund einen Prozentpunkt bis auf 4,50 Prozent.

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