Europaparlament Monsanto-Lobbyisten müssen draußen bleiben

Vor der Zulassung des Pflanzengiftes Glyphosat hat das Europaparlament noch Fragen, doch Hersteller Monsanto entzieht sich einer Anhörung. Nun entziehen die Politiker den Lobbyisten des Konzerns den Zugang.

Der US-Konzern Monsanto steht vor dem Zusammenschluss mit Bayer. Nun handelt sich Monsanto Ärger mit dem Europaparlament ein. Quelle: Reuters

BrüsselDas Europaparlament hat Lobbyisten des US-Konzerns Monsanto die Zugangsausweise entzogen. Die Entscheidung fällten Fraktionsvorsitzenden am Donnerstag auf Antrag der Grünen, wie deren Fraktionschef Philippe Lamberts mitteilte. Sie gelte bis auf Weiteres. Hintergrund ist nach Angaben der Grünen die Weigerung des Konzerns, zu einer Anhörung im Parlament zu erscheinen.

„Wer demokratische Spielregeln ignoriert, verliert auch seine Rechte als Lobbyist im Europäischen Parlament“, erklärte Lamberts. Nach wie vor gebe es Unklarheiten bei der Beurteilung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat, das von Monsanto hergestellt wird. „Monsanto muss sich den Fragen der Parlamentariern stellen und darf die Aufklärung nicht behindern“, forderte der Fraktionschef.

Der deutsche Grüne Sven Giegold mahnte, die Zulassung des Pflanzengifts nicht zu verlängern, wenn ein Gesundheitsrisiko nicht ausgeschlossen werden könne. Nach seinen Angaben ist es das erste Mal, dass einem Unternehmen der Zugang zum Europaparlament entzogen wird.

Der US-Agrarchemie-Konzern Monsanto steht vor einer Übernahme durch den deutschen Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer. Die 66 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme würde Bayer mit einem Schlag zur weltweiten Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln machen.

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