Ex-Regierungschef Tunesien liefert libyschen Politiker aus

In Libyen wird Al-Bagdadi Al-Mahmudi der Korrupion verdächtigt. Er soll zudem zur Vergewaltigung von Frauen aufgerufen haben. Die libysche Übergangsregierung versicherte, dass ihn in seiner Heimat keine Folter erwarte.

Der ehemalig libysche Premier Al-Bagdadi Al-Mahmudi im Mai 2011 in Tripolis. Quelle: dpa

TunisDer letzte Regierungschef des gestürzten libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi wird von Tunesien an sein Heimatland ausgeliefert. Libyen habe schriftlich versichert, dass Al-Bagdadi Al-Mahmudi keine Folter zu erwarten habe, sagte ein Anwalt der neuen libyschen Übergangsregierung am Dienstag. Daraufhin habe die tunesische Justiz dem Auslieferungsgesuch zugestimmt.

Al-Mahmudi war im September im Grenzgebiet zu Algerien nahe der Oasenstadt Tozeur festgenommen worden. Ein Gericht verurteilte ihn anschließend wegen des illegalen Grenzübertritts zu sechs Monaten Haft. Dass die nächste Instanz das Urteil wenig später aufhob, brachte Al-Mahmudi nichts, da die tunesische Justiz kurz darauf einen internationalen Haftbefehl aus Libyen vorliegen hatte.

In Libyen werden Al-Mahmudi Korruptionsdelikte vorgeworfen. Zudem steht er unter Verdacht, während des Bürgerkriegs zur Vergewaltigung von Frauen aufgerufen zu haben. Al-Mahmudi hatte Gaddafi seit März dieses Jahres bis zur Vertreibung des Despoten aus Tripolis Ende August als Regierungschef gedient.

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