Ex-US-Außenministerin Clinton bemüht sich um Schließung von Bengasi-Kapitel

Elf Stunden lässt sich Clinton im Kongress zu den Vorgängen des 11. September 2012 in Bengasi befragen. Viel neues kommt dabei nicht herum.

Hillary Clinton stellt sich dem Verhör. Quelle: AP

Bei einer elfstündigen Marathonsitzung im Kongress hat die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton erneut Rede und Antwort zum Tod von vier Amerikanern bei Unruhen im libyschen Bengasi gestanden.

Das Vehör verlief stellenweise hitzig, förderte jedoch wenig Neues über den Vorfall vom 11. September 2012 zutage. Der Fall ist zusammen mit der sogenannten E-Mail-Affäre das heikelste Problem für Clintons Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur ihrer Demokratischen Partei. Ihre Parteikollegen haben die neuerliche Befragung als republikanischen Versuch kritisiert, ihre Chancen auf das Weiße Haus zu torpedieren.

Hillary Clinton

Clinton hatte bereits als Außenministerin die Verantwortung für den Tod der vier Amerikaner bei Unruhen in Bengasi, darunter der US-Botschafter in Libyen, übernommen. Die republikanischen Mitglieder des Sonderausschusses des Repräsentantenhauses stellten in der Anhörung erneut die Frage, warum die USA damals in Libyen gewesen seien, warum Sicherheitsanforderungen abgelehnt worden seien, warum die Streitkräfte nicht schnell genug reagierten und warum die Regierung von Präsident Barack Obama nach den Zwischenfällen die Darstellung über die Angriffe am 11. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 geändert habe.

Clinton erklärte, die USA hätten mit ihrem Militäreinsatz gegen den damaligen Machthaber Muammar al-Gaddafi einen Völkermord verhindert. Gaddafi habe damals gedroht, seine Gegner wie Kakerlaken zur Strecke zu bringen. Die US-Intervention sei auf Bitten europäischer Verbündeter und aus der arabischen Welt erfolgt.

Erneut wurde während der Befragung der Vorwurf vorgebracht, Clinton habe den damaligen Pentagonchef Leon Panetta angehalten, seine Truppen während der Attacken von Bengasi zurückzuhalten. Dies wies sie vehement zurück. Eine solche Order habe sie „natürlich“ nicht gegeben.“ US-Behördenvertreter hätten damals alles versucht, um das amerikanische Konsulatsgelände in Bengasi zu schützen. In der Tat habe das Militär begonnen, Marinesoldaten und Spezialeinheiten nach Libyen zu verlegen, doch seien das US-Personal, das die Attacken überlebt habe, vor Ankunft der Truppen schon in Sicherheit gebracht worden. „Wegen Logistik und Distanz war es unwahrscheinlich, dass sie in einer vernünftigen Zeit in der Nähe von Bengasi sein könnten“, sagte Clinton weiter.

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Der demokratische Abgeordnete Elijah Cummings sprang ihr bei. Die Behauptung, Clinton habe verstärkte Sicherheitsvorkehrungen persönlich abgelehnt, sei mehrmals widerlegt worden. Dazu gebe es auch einen Bericht des von den Republikanern kontrollierten Kongressausschusses zu Militärangelegenheiten.

Clinton sagte, US-Diplomaten müssten die Interessen des Landes auch an gefährlichen Orten in der Welt vertreten. Perfekte Sicherheit könne nie gewährleistet werden.

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