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EY-Studie Chinesen investieren Rekordsumme in deutsche Firmen

Deutsche Unternehmen blieben für chinesische Käufer erste Wahl in Europa. Quelle: REUTERS

Deutsche Firmen sind bei chinesischen Käufern erste Wahl. Eine neue Studie zeigt nun auf: So viel wie 2017 haben Chinesen hierzulande noch nie investiert. Und der Übernahmehunger ist noch nicht gestillt.

Chinesische Investoren haben einer Studie zufolge im vergangenen Jahr so viel Geld wie noch nie für deutsche Unternehmen ausgegeben. Der Wert der chinesischen Übernahmen sei 2017 um neun Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar gestiegen, ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der Unternehmensberatung EY. Dagegen sei die Zahl der Übernahmen durch chinesische Firmen sowohl in Deutschland als auch in Europa um jeweils ein Fünftel gesunken. Europaweit investierten chinesische Unternehmen demnach nur noch 57,6 Milliarden Dollar - ein Rückgang um ein Drittel.

"Die chinesischen Aufsichtsbehörden haben strengere Kontrollen für Übernahmen im Ausland eingeführt und Auflagen verabschiedet, um den Kapitalfluss ins Ausland zu kontrollieren", sagte EY-Fusionsexperte Alexander Kron. "Und auch auf europäischer Seite wurden die regulatorischen Anforderungen erhöht – daran sind einige Deals gescheitert." Zudem schauten sich chinesische Unternehmen Übernahmekandidaten viel genauer an als in der Vergangenheit.

Deutsche Unternehmen blieben für chinesische Käufer erste Wahl in Europa. Mit 54 Transaktionen belegte Deutschland den ersten Platz vor Großbritannien (44) und Italien (24). Der europaweit grötße Deal war den Angaben zufolge der Verkauf des Lagerhaus-Unternehmens Logicor für 13,7 Milliarden Dollar an den Staatsfonds China Investment Corporation durch den US-Finanzinvestor Blackstone, gefolgt vom Einstieg des chinesischen Energiekonzerns CEFC China beim russischen Ölkonzern Rosneft für 9,3 Milliarden. An dritter Stelle lag der Verkauf des Essener Energiedienstleisters Ista an den Milliardär Li Ka-shing für 6,7 Milliarden Dollar.

Der Übernahmeappetit auf chinesischer Seite sei nach wie vor hoch, sagte EY-Expertin Yi Sun. "Wir sehen erste Anzeichen, dass die chinesische Regierung wieder langsam die Tür öffnet, besonders wenn es sich um attraktive Zielunternehmen handelt." Das gelte unter anderem im Rahmen der von der chinesischen Regierung vorangetriebenen Initiative zum Aufbau einer neuen Seidenstraße ("One Belt, One Road"). "Wir werden auch immer mehr chinesische Staatsfonds sehen, die alleine oder zusammen mit den chinesischen strategischen Investoren hier in Deutschland und Europa investieren."

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