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Fall Khashoggi Irans Präsident Ruhani fordert von EU und USA Standhaftigkeit

Irans Präsident Hassan Ruhani hat die Tötung Khashoggis scharf verurteilt und fordert nun die USA und die EU dazu auf, Saudi-Arabien Einhalt zu gebieten.

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„Dieses schrecklichen Verbrechens ist ein Test für die Amerikaner und Europäer.“ Quelle: dpa

Teheran Irans Präsident Hassan Ruhani fordert die USA und die EU nach dem gewaltsamen Tod des Journalisten Jamal Khashoggi auf, nicht vor Saudi-Arabien zu kuschen. Der Fall müsse aufgeklärt werden und dürfte nicht aus wirtschaftlichen Erwägungen vertuscht werden, sagte Ruhani am Mittwoch. Die Aufklärung „dieses schrecklichen Verbrechens“ sei daher „ein Test für die Amerikaner und Europäer, ob für sie Menschenrechte oder Milliardenprofite wichtiger sind“. Der Iran und Saudi-Arabien gelten als Erzfeinde.

Saudi-Arabien hatte die Tötung Khashoggis im Konsulat des Königreichs in Istanbul vor drei Wochen lange geleugnet - und schließlich erst unter großem internationalen Druck eingeräumt.

Ruhani kritisierte, dass Riad dennoch weiter viel Unterstützung aus den USA erhalte. Saudi-Arabien ist ein wichtiger und langjähriger Verbündeter der Vereinigten Staaten im Nahen Osten. In Saudi-Arabien fühle sich „eine politische Gruppe durch diese Unterstützung so sicher, dass sie sogar keine Skrupel vor solch einem unvorstellbaren und grausamen Verbrechen zeigte“, sagte Ruhani. US-Präsident Donald Trump hat die Tötung Khashoggis zwar verurteilt - was die mögliche Verantwortung der Führung in Riad angeht, ist sein Kurs weniger klar.

Das sunnitischen Königreich Saudi-Arabien und der schiitische Gottesstaat Iran machen sich die Vorherrschaft in der Region streitig und unterstützen in den Kriegen in Syrien und im Jemen jeweils gegnerische Kräfte. Saudi-Arabien hatte die diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen, nachdem aufgebrachte Demonstranten 2016 die saudische Botschaft in Teheran gestürmt und Teile des Gebäudes in Brand gesetzt hatten. Auslöser für die Proteste im Iran war die Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen in Saudi-Arabien. Seitdem sind die beiden islamischen Staaten Erzfeinde.

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