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Fall Skripal Britischer Oppositionsführer warnt vor vorschneller Verurteilung Russlands

Politiker sollten nicht versuchen, schneller zu sein, als die Polizei Beweise sammeln könne, so der britische Oppositionsführer Jeremy Corbyn.

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Britischer Oppositionsführer warnt vor vorschneller Verurteilung Russlands Quelle: AP

London Der britische Oppositionsführer Jeremy Corbyn hat die Regierung vor einer vorschnellen Verurteilung Russlands für den Giftanschlag auf einen Ex-Spion gewarnt. Politiker sollten nicht versuchen, schneller zu sein, als die Polizei Beweise sammeln könne, schrieb Corbyn am Freitag in der Zeitung „The Guardian“. Hinter der Vergiftung des in Russland wegen Spionage für Großbritannien verurteilten Sergej Skripal und dessen Tochter könnten auch mafia-ähnliche Gruppen in Russland stehen.

Skripal und seine Tochter sind nach britischer Darstellung Anfang März in Salisbury einem in der früheren Sowjetunion entwickelten Nervengift ausgesetzt worden. Sie liegen seither in kritischem Zustand im Krankenhaus. Die Regierung in London verlangte eine Erklärung Russlands, als diese aus blieb, wies sie 23 russische Diplomaten aus. Russland bestreitet eine Verwicklung und hat Gegenmaßnahmen angekündigt.

Corbyn argumentierte, Premierministerin Theresa May habe am Montag selbst zwei Möglichkeiten genannt, wie das Nervengift nach Großbritannien gelangt sein könne: Entweder der russische Staat habe den Einsatz des Giftes genehmigt oder er habe die Kontrolle über die Bestände verloren.

Voreilige Schlüsse seien weder für die Gerichte noch für die nationale Sicherheit hilfreich, schrieb Corbyn. Großbritannien habe sich schon bei früheren Gelegenheiten durch fehlerhafte Geheimdienstberichte und zwielichtige Materialsammlungen zu vorschnellen und emotionalen Urteilen verleiten lassen, etwa bei der Irak-Invasion 2003.

Mit seinem Beitrag stellte sich Corbyn gegen eine Reihe von Abgeordneten seiner Labour-Partei, die in einer Erklärung die konservative Regierung unterstützen.

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