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Fallender Ölpreis Opec verhandelt über Förderkürzungen

Öl-Förderkürzung: Opec-Staaten treffen sich in Wien Quelle: AP

In Wien treffen sich derzeit Vertreter der Opec-Staaten, um über eine mögliche Ölförderkürzung zu sprechen. Zwischen Anfang Oktober und Dezember hatte der Ölpreis um fast 30 Prozent nachgegeben.

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Unter dem Eindruck abgestürzter Ölpreise hat sich das Ölkartell Opec zu Beratungen über eine mögliche Förderkürzung getroffen. Saudi-Arabiens Energieminister Khalid Al-Falih sagte vor der Sitzung am Donnerstag in Wien, dass die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) das Ziel habe, Angebot und Nachfrage in Balance zu bringen. Bei einer möglichen Kürzung seien Größenordnungen von 500.000 bis 1,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl am Tag denkbar. Der Ölpreis hatte zwischen Anfang Oktober und Anfang Dezember um fast 30 Prozent nachgegeben. Auch am Donnerstag gingen die Kurse wieder deutlich nach unten. Brent kostete mit 58,36 Dollar je Barrel in der Spitze 5,2 Prozent weniger. WTI verbilligte sich zeitweise um fünf Prozent auf 50,23 Dollar je Fass. Das Ölkartell Opec hat sich auf seinem Treffen in Wien laut der saudiarabischen Regierung noch nicht auf eine Förderkürzung einigen können. Delegierte hatten am Morgen erklärt, das Kartell warte noch auf eine Entscheidung von Nicht-Opec-Mitglied Russland.

Der Energieminister der Vereinigten Arabischen Emiraten, Suhail Al Mazroui, sagte, dass die Minister ihre technischen Experten um weitere Einschätzungen gebeten hätten. „Wir werden tun, was der Markt von uns erwartet“, sagte Mazroui.

Der Markt rechne inzwischen mit einer Kürzung von 1 bis 1,5 Millionen Barrel, meinte der Analyst des Forschungsinstituts JBC, Alexander Pögl. „Der Preis wird sich nur bei einer starken Entscheidung bewegen“, meinte der Experte. Auch Analyst Jan Edelmann von der HSH Nordbank rechnet mit einer Kürzung von insgesamt mindestens rund 1,3 Millionen Barrel. Dieser Schritt liege angesichts der Anzeichen einer Eintrübung der Weltwirtschaft nahe.

Die 15 Opec-Staaten produzieren derzeit nach eigenen Angaben gemeinsam fast 33 Millionen Barrel Öl am Tag. Der Bedarf liegt laut der Internationalen Energieagentur für 2019 aber nur bei 31,3 Millionen Barrel Opec-Öl täglich. Die Ölpreise gaben am Donnerstag vor dem Opec-Treffen leicht nach. Am Morgen kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent 61,15 US-Dollar. Das waren 41 Cent weniger als am Mittwoch.

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