„Fancy Bear“ Russische Hacker nehmen Rüstungsindustrie der USA ins Visier

Quelle: dpa

Die Hackergruppe „Fancy Bear“ könnte noch mehr Schaden angerichtet haben als bisher bekannt. Recherchen zeigen, dass die Cyberspione Phishing-Mails an Mitarbeiter von amerikanischen Rüstungskonzernen geschickt haben.

Selbst die sichersten Netzwerke haben oft eine banale Schwachstelle: die Menschen, die mit ihnen arbeiten. Genau das haben sich Hacker aus Russland offenbar zunutze gemacht, um an sensible Informationen über Systeme der US-Streitkräfte zu kommen. Ob und in welchem Umfang Daten tatsächlich gestohlen werden konnten, ist unklar. Fest steht aber, dass mindestens 87 Personen mit Zugang zu geheimen Militärprojekten angegriffen worden sind.

Die Strategie war denkbar simpel: Spezialisten für Drohnen, Raketen, Tarnkappenjets oder Cloud-Computing-Plattformen wurden über private E-Mail-Konten angeschrieben und dabei zum Klicken auf bestimmte Links verleitet. Wie Nachforschungen der AP ergaben, waren auch Mitarbeiter von weltweit tätigen Konzernen wie Lockheed Martin, Raytheon, Boeing, Airbus und General Atomics betroffen. Keines der Unternehmen wollte sich auf Anfrage zu dem Thema äußern.

Hinter den digitalen Angriffen steckt die unter dem Namen „Fancy Bear“ bekannte Gruppe, die sich schon bei der US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2016 eingemischt haben soll. Bei den ausgewählten Projekten und Personen handele es sich um einige der technisch fortschrittlichsten überhaupt, sagt Charles Sowell, ein ehemaliger Berater des Nationalen Geheimdienstdirektors, der die Namensliste für die AP überprüft hat. „Wenn diese Programme in irgendeiner Weise kompromittiert werden sollten, dann wären sowohl unser Wettbewerbsvorsprung als auch unsere Verteidigung in Gefahr.“

Hackerangriffe auf Kryptowährungen

Sowell zählt selbst zu den Personen auf der Liste - und er ist einer von 31 Betroffenen, die sich zu einem Interview mit der AP bereit erklärt haben. Identifiziert wurden die Personen anhand von Daten der amerikanischen IT-Sicherheitfirma Secureworks. Die verfügbaren Quellen stammten aus der Zeit von März 2015 bis Mai 2016. Eine Auswertung ergab, dass nicht weniger als 40 Prozent der Empfänger der Phishing-Mails die entsprechenden Links der Hacker angeklickt haben.

Allein mit einem solchen Klick muss nicht zwangsläufig etwas Folgenschweres passiert sein. Aber für die Hacker könnte es jeweils ein erster Schritt auf dem Weg in geheime Datenbanken gewesen sein. In den meisten Fällen wurden die Betroffenen über persönliche Accounts bei dem E-Mail-Dienst Gmail angeschrieben. Nur vereinzelt liefen die Phishing-Angriffe über Firmenadressen. Doch auch vermeintlich private Nachrichten enthalten erfahrungsgemäß oft sensible Daten - oder etwa verfängliche Informationen, die eine Person erpressbar machen.

Das Interesse der Russen galt offenbar unter anderem dem US-Raumflugzeug X-37B. Mit Verweis auf einen Flug des unbemannten „Mini-Shuttles“ im Mai 2015 monierte der stellvertretende russische Ministerpräsident Dmitri Rogosin, dass beim Raumfahrtprogramm des eigenen Landes keine Fortschritte gemacht würden. „Die Vereinigten Staaten preschen weiter vor“, warnte er vor Abgeordneten. Knapp zwei Wochen später attackierte die Gruppe „Fancy Bear“ das Gmail-Konto eines leitenden Ingenieurs des X-37B-Projekts bei Boeing.

Elf Anzeichen, dass Sie gehackt wurden
Software installiert sich selbstständigUngewollte und unerwartete Installationsprozesse, die aus dem Nichts starten, sind ein starkes Anzeichen dafür, dass das System gehackt wurde. In den frühen Tagen der Malware waren die meisten Programme einfache Computerviren, die die "seriösen" Anwendungen veränderten - einfach um sich besser verstecken zu können. Heutzutage kommt Malware meist in Form von Trojanern und Würmern daher, die sich wie jede x-beliebige Software mittels einer Installationsroutine auf dem Rechner platziert. Häufig kommen sie "Huckepack" mit sauberen Programmen - also besser immer fleißig Lizenzvereinbarungen lesen, bevor eine Installation gestartet wird. In den meisten dieser Texte, die niemand liest, wird haarklein aufgeführt, welche Programme wie mitkommen. Quelle: gms
Was zu tun istEs gibt eine Menge kostenlose Programme, die alle installierten Applikationen auflisten und sie verwalten. Ein Windows-Beispiel ist Autoruns, das zudem aufzeigt, welche Software beim Systemstart mit geladen wird. Das ist gerade in Bezug auf Schadprogramme äußerst aussagekräftig - aber auch kompliziert, weil nicht jeder Anwender weiß, welche der Programme notwendig und sinnvoll und welche überflüssig und schädlich sind. Hier hilft eine Suche im Web weiter - oder die Deaktivierung von Software, die sich nicht zuordnen lässt. Wird das Programm doch benötigt, wird Ihnen das System das schon mitteilen… Quelle: AP
Die Maus arbeitet, ohne dass Sie sie benutzenSpringt der Mauszeiger wie wild über den Bildschirm und trifft dabei Auswahlen oder vollführt andere Aktionen, für deren Ausführung im Normalfall geklickt werden müsste, ist der Computer definitiv gehackt worden. Mauszeiger bewegen sich durchaus schon einmal von selbst, wenn es Hardware-Probleme gibt. Klick-Aktionen jedoch sind nur mit menschlichem Handeln zu erklären. Stellen Sie sich das so vor: Der Hacker bricht in einen Computer ein und verhält sich erst einmal ruhig. Nachts dann, wenn der Besitzer mutmaßlich schläft (der Rechner aber noch eingeschaltet ist), wird er aktiv und beginnt, das System auszuspionieren - dabei nutzt er dann auch den Mauszeiger. Quelle: dpa
Was zu tun ist: Wenn Ihr Rechner des Nachts von selbst "zum Leben erwacht", nehmen Sie sich kurz Zeit, um zu schauen, was die Eindringlinge in Ihrem System treiben. Passen Sie nur auf, dass keine wichtigen Daten kopiert oder Überweisungen in Ihrem Namen getätigt werden. Am besten einige Fotos vom Bildschirm machen (mit der Digitalkamera oder dem Smartphone), um das Eindringen zu dokumentieren. Anschließend können Sie den Computer ausschalten - trennen Sie die Netzverbindung (wenn vorhanden, Router deaktivieren) und rufen Sie die Profis. Denn nun brauchen Sie wirklich fremde Hilfe. Anschließend nutzen Sie einen anderen (sauberen!) Rechner, um alle Login-Informationen und Passwörter zu ändern. Prüfen Sie Ihr Bankkonto - investieren Sie am besten in einen Dienst, der Ihr Konto in der folgenden Zeit überwacht und Sie über alle Transaktionen auf dem Laufenden hält. Um das unterwanderte System zu säubern, bleibt als einzige Möglichkeit die komplette Neuinstallation. Ist Ihnen bereits finanzieller Schaden entstanden, sollten IT-Forensiker vorher eine vollständige Kopie aller Festplatten machen. Sie selbst sollten die Strafverfolgungsbehörden einschalten und Anzeige erstatten. Die Festplattenkopien werden Sie benötigen, um den Schaden belegen zu können. Quelle: dpa
Online-Passwörter ändern sich plötzlichWenn eines oder mehrere Ihrer Online-Passwörter sich von einem auf den anderen Moment ändern, ist entweder das gesamte System oder zumindest der betroffene Online-Dienst kompromittiert. Für gewöhnlich hat der Anwender zuvor auf eine authentisch anmutende Phishing-Mail geantwortet, die ihn um die Erneuerung seines Passworts für einen bestimmten Online-Dienst gebeten hat. Dem nachgekommen, wundert sich der Nutzer wenig überraschend, dass sein Passwort nochmals geändert wurde und später, dass in seinem Namen Einkäufe getätigt, beleidigenden Postings abgesetzt, Profile gelöscht oder Verträge abgeschlossen werden. Quelle: dpa
Was zu tun ist: Sobald die Gefahr besteht, dass mit Ihren Daten handfest Schindluder getrieben wird, informieren Sie unverzüglich alle Kontakte über den kompromittierten Account. Danach kontaktieren Sie den betroffenen Online-Dienst und melden die Kompromittierung. Die meisten Services kennen derartige Vorfälle zu Genüge und helfen Ihnen mit einem neuen Passwort, das Konto schnell wieder unter die eigene Kontrolle zu bekommen. Einige Dienste haben diesen Vorgang bereits automatisiert. Wenige bieten sogar einen klickbaren Button "Mein Freund wurde gehackt!" an, über den Dritte diesen Prozess für Sie anstoßen können. Das ist insofern hilfreich, als Ihre Kontakte oft von der Unterwanderung Ihres Kontos wissen, bevor Sie selbst etwas davon mitbekommen. Werden die gestohlenen Anmeldedaten auch auf anderen Plattformen genutzt, sollten sie dort natürlich schnellstmöglich geändert werden. Und seien Sie beim nächsten Mal vorsichtiger! Es gibt kaum Fälle, in denen Web-Dienste E-Mails versenden, in denen die Login-Informationen abgefragt werden. Grundsätzlich ist es immer besser, ausschließlich Online-Dienste zu nutzen, die eine Zwei-Faktor-Authentifizierung verlangen - das macht es schwieriger, Daten zu entwenden. Quelle: dapd
Gefälschte Antivirus-MeldungenFake-Warnmeldungen des Virenscanners gehören zu den sichersten Anzeichen dafür, dass das System kompromittiert wurde. Vielen Anwendern ist nicht bewusst, dass in dem Moment, wo eine derartige Meldung aufkommt, das Unheil bereits geschehen ist. Ein Klick auf "Nein" oder "Abbrechen", um den Fake-Virusscan aufzuhalten, genügt natürlich nicht - die Schadsoftware hat sich bestehende Sicherheitslücken bereits zunutze gemacht und ist ins System eingedrungen. Bleibt die Frage: Warum löst die Malware diese "Viruswarnung" überhaupt aus? Ganz einfach: Der vorgebliche Prüfvorgang, der immer Unmengen an "Viren" auftut, wird als Lockmittel für den Kauf eines Produkts eingesetzt. Wer auf den dargestellten Link klickt, gelangt auf eine professionell anmutende Website, die mit positiven Kundenbewertungen und Empfehlungen zugepflastert ist. Dort werden Kreditkartennummer und andere Rechnungsdaten abgefragt - und immer noch viel zu viele Nutzer fallen auf diese Masche herein und geben ihre Identität freiwillig an die Kriminellen ab, ohne etwas davon zu merken. Quelle: dpa/dpaweb
Was zu tun ist: Computer ausschalten, sobald die gefälschte Antivirus-Meldung aufschlägt. (Achtung: Sie müssen natürlich wissen, wie eine "echte" Meldung Ihres Virenscanners aussieht.) Wenn noch etwas zu sichern ist und das problemlos geschehen kann, machen. Aber je schneller der Rechner hinuntergefahren wird, desto besser. Anschließend im "abgesicherten Modus" neustarten (ohne Netzwerkverbindung) und die vormals neuinstallierte Software deinstallieren (was häufig klappt). Wie auch immer - wichtig ist, das System in einen Zustand zu bringen, der dem vor der Kompromittierung entspricht. Wenn das gelingt, sollte sich das System wieder normal starten lassen und keine Fake-Meldungen mehr ausstoßen. Was nun noch bleibt, ist ein umfassender Systemtest und ein kompletter Virenscan, um die letzten Reste der Malware zu entfernen. Quelle: dapd
Unerwünschte Browser-ToolbarsEines der häufigsten Zeichen einer Unterwanderung: Der Browser kommt mit verschiedenen neuen Toolbars daher, die allesamt Hilfe versprechen. Solange es nicht das Produkt eines bekannten Anbieters ist (und selbst dann), sollten diese Erweiterungen entfernt werden. Quelle: dpa
Was zu tun ist: Die meisten Browser lassen es zu, sich alle installierten Toolbars anzeigen zu lassen. Entfernen Sie alle, die Sie nicht unbedingt behalten möchten. Wird die verdächtige Toolbar nicht aufgelistet oder lässt sie sich nicht ohne weiteres löschen, sollte der Browser auf seine Standardeinstellungen zurückgesetzt werden. Klappt auch das nicht, gehen Sie so vor wie beim oben aufgeführten Punkt "Gefälschte Antivirus-Meldungen". Die meisten mit Schadcode behafteten Toolbars lassen sich schon allein dadurch verhindern, dass alle installierten Applikationen auf dem neuesten Stand sind. Und auch dadurch, dass Sie bei der Installation kostenloser Software während des Einrichtungsvorgangs ein wenig darauf achten, was alles mitinstalliert werden soll und entsprechende Toolbars deaktivieren. Quelle: gms
Umgeleitete Web-SuchenCyberkriminelle verdienen daran, dass Internetnutzer woanders "landen" als sie eigentlich wollen. Die Klicks auf einer bestimmten Website werden für sie direkt in Bares umgewandelt - oft ohne dass die jeweiligen Seitenbetreiber überhaupt wissen, dass der Traffic aus einer Besucher-Umleitung resultiert. Aufzufinden ist dieser Typ Malware bei infizierten Browsern schnell per Suchmaschine: Einfach einige sehr generische Wörter wie "goldfish" oder "puppy" eintippen und prüfen, ob mehrmals die gleichen Websites in den Ergebnislisten aufschlagen - diese haben meist kaum einen belastbaren Bezug zu den gesuchten Begriffen. Leider sind viele der heutigen Websuchumleitungen mithilfe diverser Proxy-Server aber so getarnt und gut versteckt, dass die gefälschten Ergebnisse für betroffene Nutzer selten direkt sichtbar sind. Häufig sind es auch Toolbars, die die Redirects auslösen. Technisch versierte Anwender, die sicher gehen wollen, können auf Tools zur Überwachung des Netzwerkverkehrs zurückgreifen. Der Traffic, der auf einem kompromittierten Computer aus- und eingeht, unterscheidet sich signifikant von dem auf einem sauberen Rechner. Quelle: dpa
Was zu tun ist: Das Gleiche, das bereits erwähnt wurde. Das Entfernen von Toolbars und sonstiger Malware sollte genügen. Quelle: REUTERS
Freunde empfangen Fake-Mails mit Ihrem NamenIn diesem Fall gilt es Ruhe zu bewahren. Es ist nicht mehr außergewöhnlich, dass Adressbuchkontakte Schadcode-Mails von gefälschten Absendern empfangen. Vor Jahren graste die Malware noch das gesamte Adressbuch ab und schickte jedem darin befindlichen Kontakt eine böse Botschaft. Heute sind die Schadprogramme wählerisch geworden und suchen sich nur noch einzelne Opfer aus. Wenn es nur ein paar wenige Kontakte betrifft und nicht die komplette Kontaktdatenbank, ist der Rechner sehr wahrscheinlich nicht kompromittiert (zumindest nicht durch eine Malware, die E-Mail-Adressen sammelt). Viel wahrscheinlicher ist, dass die Adressen aus sozialen Netzen abgezogen wurden - wenn nicht wirklich klar erkennbar ist, dass die E-Mail von Ihrem E-Mail-Konto aus (Adresse auf Richtigkeit prüfen!), sondern nur in Ihrem Namen versendet wurde, sollte der Rechner sicher sein. Quelle: dpa
Was zu tun ist: Wenn einer oder mehrere Ihrer Kontakte von solchen Fake-E-Mails berichten, sollten Sie einen kompletten Virenscan vornehmen. Zusätzlich ist eine Prüfung angebracht, ob nicht doch unerwünschte Programme oder Toolbars installiert wurden. Quelle: dpa
Security-Software, Taskmanager, Registry-Editor sind deaktiviertStellen Sie fest, dass Ihre Security-Software deaktiviert ist, ohne dass Sie das veranlasst haben, ist das System wahrscheinlich infiziert. Ganz besonders gilt das, wenn Sie daraufhin versuchen, den Taskmanager oder den Registry-Editor aufzurufen und diese gar nicht starten, starten und sofort wieder verschwinden oder nur in abgespeckter Form starten. Quelle: REUTERS
Was zu tun ist: Hier ist ebenfalls eine komplette Wiederherstellung des Systems anzuraten, weil sich nicht genau nachvollziehen lässt, was genau die Probleme verursacht. Wer erst einmal die "leichte Tour" versuchen möchte, findet im Internet eventuell Hilfe für die auftretende Funktionsstörung - hier gibt es oft zahlreiche Möglichkeiten. Findet sich ein Lösungsvorschlag, starten Sie das System im abgesicherten Modus und probieren Sie es aus. Planen Sie jedoch ein, dass viele Ideen nicht auf Anhieb funktionieren. Quelle: dpa
Häufige Popup-FensterAufpoppende Fenster nerven. Sie sind aber auch ein Beleg dafür, dass der Rechner gehackt wurde. Liefern Websites, die für ein solches Verhalten in der Regel nicht bekannt sind, zufällige Browser-Pop-ups aus, wurde das System unterwandert. Es ist immer wieder spannend zu sehen, welche Seiten den Anti-Popup-Mechanismus des Browsers aushebeln können. Es ist wie ein Kampf gegen Spam - nur schlimmer. Quelle: REUTERS
Was zu tun ist: Typischerweise werden derartige Popup-Fenster durch einen der bereits geschilderten Fälle erzeugt. Auch hier hilft das Entfernen von Toolbars und anderen Schadprogrammen. Quelle: gms
Auf dem Bankkonto fehlt GeldHier ist nicht das notorische Problem gemeint, das fast jeder ab und zu hat (gerade am Monatsende). Wir sprechen von viel Geld. Cyberkriminelle geben sich selten mit Kleckerbeträgen zufrieden (höchstens um auszutesten, ob ein Konto oder eine Kreditkarte existiert - also auch hier Vorsicht!). Sie transferieren gerne große Summen ins Ausland. In der Regel löst eine Phishing-Mail Ihrer Bank das Prozedere aus - fallen Sie darauf hinein und verraten geheime Informationen wie PINs oder TANs, müssen Sie sich nicht wundern… Quelle: dpa/dpaweb
Was zu tun ist: Die meisten Banken sind nach wie vor kulant und erstatten die gestohlenen Beträge zurück - gerade dann, wenn sich die Transaktion noch in der Verarbeitung befindet. Hier ist Eile angesagt! Trotzdem gab es schon einige Fälle, in denen die Kontobesitzer wegen Dummheit per Gerichtsbeschluss auf dem Schaden sitzen geblieben sind - zur Kulanz gezwungen sind die Banken nicht. Deshalb gilt auch hier: Lassen Sie sich unverzüglich informieren, wenn auf Ihrem Konto etwas Ungewöhnliches geschieht - setzen Sie eine Obergrenze für Überweisungen fest und lassen Sie Mitteilungen verschicken, wenn diese Grenze überstiegen wird oder eine Auslandsüberweisung stattfindet. Weil die Cyberkriminellen aber ebenfalls nicht blöd sind, sollten Sie ebenfalls veranlassen, dass Sie in jedem Fall eine Mitteilung mitbekommen, sobald diese Grundeinstellungen verändert werden. Quelle: dpa

Abgesehen hatten es die Hacker auch auf den Gmail-Account eines Mitarbeiters von Mellanox Federal Systems - einem IT-Dienstleister, der Regierungsbehörden etwa bei Speicherlösungen, Datenanalyse und Cloud Computing unterstützt. Zu den Kunden des Dienstleisters zählen unter anderem die US-Bundespolizei FBI und verschiedene Nachrichtendienste.

Es mag zwar sein, dass die maßgeblichen amerikanischen Stellen die Angriffsversuche im Blick hatten. Verblüffend erscheint allerdings, dass von den 31 Betroffenen, mit denen die AP sprechen konnte, nur eine Person eine entsprechende Warnung erhielt. Das FBI lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Sprecherin Jillian Stickels bestätigte nur, dass das FBI identifizierte Zielpersonen in manchen Fällen informiere. „Alle potenziellen Bedrohungen für Systeme des öffentlichen und privaten Sektors“ würden sehr ernst genommen, betonte sie zudem per E-Mail.

Drei mit dem Fall vertraute Personen - darunter ein aktueller und ein ehemaliger amerikanischer Regierungsbeamter - versicherten gegenüber der AP, dass das FBI seit mehr als einem Jahr über die Phishing-Kampagne von „Fancy Bear“ im Bilde ist. Nach Angaben eines FBI-Mitarbeiters war die US-Bundespolizei von der enormen Zahl der Angriffsversuche überwältigt.

Auch im Verteidigungsministerium in Washington sind die zunehmenden Hackerangriffe ein wichtiges Thema. Angesichts der digitalen Bedrohung würden Schulungsmaßnahmen und die technische Ausstattung von militärischen und zivilen Mitarbeitern sowie von Vertragspartnern laufend aktualisiert, sagte die Pentagon-Sprecherin Heather Babb auf Anfrage, ohne aber auf den konkreten Fall einzugehen.

Der Defense Security Service (DSS), der unter anderem dafür zuständig ist, dass als geheim eingestufte US-Technik tatsächlich auch geheim bleibt, konzentriert sich nach eigenen Angaben auf den Schutz von dienstlichen Computernetzwerken. „Wir haben schlicht keinen Einblick in oder Überblick über irgendwelche persönlichen E-Mail-Konten - wie diese geschützt sind oder wie jemand im Falle von Unregelmäßigkeiten informiert wird“, sagte die DSS-Sprecherin Cynthia McGovern.

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