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Finanzkrise Immer mehr Staaten schnüren Rettungspakete

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Italiens Ministerpräsident Quelle: ANSA

Island: Aus Furcht vor einer Staatspleite griff die Regierung in Island massiv in das Bankensystem des Landes ein. Die Finanzaufsichtsbehörde in Reykjavik übernahm die Kontrolle über Islands drei größte Banken. Außerdem verhandelt die Zentralbank der Inselrepublik derzeit mit Russland über einen Kredit von vier Milliarden Euro. Damit sollen die Devisenreserven des Landes abgesichert werden. Gewährt Russland diesen Kredit nicht, droht Island nach Angaben von Ministerpräsident Geir Haarder der Staatsbankrott.

Italien: Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat den Italienern versprochen, sie würden „keinen Euro“ von ihren Konten verlieren. Er versprach Schutzmaßnahmen für führende Banken wie UniCredit. Italien garantiert Einlagen bereits bis etwa 100.000 Euro. Politiker und Analysten haben unterstrichen, dass Banken in Italien wegen einer strikteren Kreditpolitik weniger gefährdet sein könnten als in anderen Ländern. Die italienische Regierung prüft ein Stabilisierungspaket für die Banken des Landes und zum Schutz der Sparer, das sich an den Maßnahmen Großbritanniens ausrichten könnte. Wirtschaftsminister Giulio Tremonti hat öffentlich bereits seine Sympathien für einen Notfallplan nach britischem Vorbild signalisiert.

Österreich: Die Regierung in Wien garantiert österreichischen Sparern unbegrenzt die Sicherheit ihrer Gelder. Die volle Einlagensicherung wird rückwirkend zum 1. Oktober eingeführt. Zudem beschlossen die Kabinettsmitglieder ein Hilfspaket zur Finanzmarktkrise, das unter anderem eine staatliche Haftung für die Liquidität von Banken beinhaltet, sollte diese benötigt werden. Den wichtigsten Banken könne im Ernstfall mit darüber hinausgehenden Haftungen und Garantien geholfen werden. Bisher hält die Regierung in Wien aber keine österreichische Bank für gefährdet.

Russland: Präsident Dmitri Medwedew hat den Banken des Landes Kredite bis zu 950 Milliarden Rubel (knapp 27 Milliarden Euro) zur Stärkung ihrer Eigenkapitalbasis zugesagt. Sie haben eine Laufzeit von mindestens fünf Jahren. Ansonsten beobachtet Russland das Treiben an den Märkten derzeit aus der komfortablen Position des Retters. Mit Island verhandelt die Regierung über einen vier-Milliarden-Euro-Kredit, der die Inselrepublik vor dem Staatsbankrott retten soll. Allerdings spürt auch Russland die Auswirkungen der Krise. Der Handel mit dem wichtigen russischen Aktienindex RTS wurde für die halbe Woche ausgesetzt, nachdem die Werte zuvor in 30 Minuten um 15 Prozent abgeschmirt waren.

Schweden: Die Skandinavier sind vergleichsweise wenig von den Turbulenzen betroffen. Dennoch gab auch die schwedische Regierung gegenüber ihren Bürgern das Versprechen ab, Privateinlagen bei schwedischen Banken zu garantieren. Zudem engagiert sich die schwedische Zentralbank als Geber eines 500-Millionen-Euro-Kredits für die isländische Pleite-Bank Kaupthing.

Spanien: Die spanische Regierung kündigte ein Rettungspaket nach britischem Vorbild an. Die Südeuropäer wollen einen 30 Milliarden Euro schweren Staatsfonds auflegen, der sich an einheimischen Banken beteiligen soll. Bei Bedarf will die Regierung den Fonds auf 50 Milliarden Euro aufpumpen.

USA: Ein Rettungsplan für den krisengeschüttelten US-Finanzsektor ermöglicht dem Staat, den Banken faule Kredite im Umfang von bis zu 700 Milliarden Dollar abzukaufen. Um die Steuergelder abzusichern und von späteren Gewinnen der Finanzinstitute profitieren zu können, wird der Staat an den betroffenen Unternehmen beteiligt.

Zypern: Die Regierung hat ihren Bürgern zugesagt, Einlagen bei Banken bis zu 100.000 Euro zu garantieren.

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