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Finanzpolitik Erdogan attackiert Opposition nach Kritik an Devisenverkäufen

Die türkische Landeswährung ist in den vergangenen beiden Jahren immer wieder abgestürzt. Nun spricht der Präsident des Landes von einem „offenen Verrat“ der Opposition.

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bezichtigt Kritiker des Verkaufs von Devisenreserven durch die Zentralbank des Verrats. Die politische Kampagne der Opposition sei ein „offener Verrat am türkischen Volk“, sagte Erdogan am Mittwoch in einer Rede vor Mitgliedern seiner regierenden AK-Partei.

Die wichtigste Oppositionspartei hat in den vergangenen Wochen Aufklärung darüber gefordert, was mit den geschätzten 128 Milliarden Dollar an Devisenverkäufen über die staatlichen Banken in den Jahren 2019 und 2020 passiert ist. Diese hatten die Reserven der Zentralbank stark dezimiert.

Die türkische Landeswährung Lira ist in den vergangenen beiden Jahren auf immer neue Tiefstände abgerutscht. Die Zentralbank wollte den Kurs mit dem Verkauf von Devisenreserven stützen.

In Reaktion auf Äußerungen Erdogans fiel die Lira am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit einer Woche. Der Dollar verteuert sich im Gegenzug um 1,2 Prozent auf 8,2056 Lira.

Die Devisen- und Goldbestände der Türken haben in den vergangenen Jahren Rekordhöhen erreicht, da immer mehr ihre Ersparnisse umwandelten, um sich vor Inflation und einer schwachen Lira zu schützen. Wenn Türken ihre Ersparnisse in ausländischen Währungen oder Gold halten wollen, könne die Regierung sie nicht zwingen, etwas anderes zu tun, sagte Erdogan dazu.

Der Präsident hatte den Zentralbankchef Naci Agbal im März entlassen, nachdem dieser kurz zuvor den Leitzins von 17 auf 19 Prozent erhöht hatte. Höhere Zinsen machen eine Währung für Anleger attraktiver und können so den Kurs stützen. Agbals Nachfolger Sahap Kavcioglu ließ zuletzt verlauten, wegen der hohen Inflation müssten die Zinsen hoch bleiben.

Mehr: Lesen Sie hier, warum der türkische Präsident Erdogan eine Lira-Krise riskiert.

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