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Finanzpolitik Eurogruppe berät über Centeno-Nachfolge – Spanierin ist Favoritin

Mit Nadia Calvino könnte erstmals eine Frau die Eurogruppe anführen. Mario Centeno steht nach eigenen Angaben nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung.

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Die Spanierin ist seit Mitte 2018 Wirtschaftsministerin und repräsentiert ihr Land in der Eurogruppe. Quelle: Reuters

Die spanische Wirtschaftsministerin Nadia Calvino könnte neue Vorsitzende der Eurogruppe werden. Mit ihr würde erstmals eine Frau die Geschicke der 19 Euro-Länder koordinieren, die derzeit unter anderem über die Größe des Corona-Wiederaufbaufonds ringen und wie dieser Gelder am besten auszahlen sollte.

Der bisherige Eurogruppen-Chef Mario Centeno wird nach eigenen Angaben am Donnerstag seinen Rückzug erklären. Dann beginnt sofort die Nachfolgesuche. Am 9. Juli soll darüber entschieden werden.

Mehrere deutsche Regierungsvertreter sagten der Nachrichtenagentur Reuters, Calvino sei eine starke Kandidatin, mit der Deutschland gut leben könnte. In Brüssel hieß es, Calvino gehöre zu den Favoriten. Die Spanierin ist seit Mitte 2018 Wirtschaftsministerin und repräsentiert ihr Land in der Eurogruppe. Mit ihr bliebe der Posten im Süden Europas und würde das komplexe Machtgefüge in der Euro-Zone nicht verschieben.

Allerdings hat Spanien auch Interesse, den Führungsposten bei der Welthandelsorganisation WTO zu übernehmen – mit Außenministerin Arancha Gonzalez Laya. Und Josep Borrell wurde vergangenes Jahr zum EU-Außenbeauftragten ernannt.

Centeno hatte diese Woche seinen Rücktritt als portugiesischer Finanzminister angekündigt. Seine Amtszeit als Eurogruppen-Chef endet am 13. Juli. Dieser organisiert die monatlichen Beratungen der Finanzminister und lotet Kompromisse in Streitfragen aus. Der einflussreiche Posten wird jeweils für zweieinhalb Jahre vergeben.

Thema bei der Eurogruppen-Sitzung ab Donnerstagnachmittag dürfte abermals der Wiederaufbaufonds als Antwort auf die Coronavirus-Pandemie werden. Die EU-Kommission macht sich für ein Volumen von 750 Milliarden Euro stark, Deutschland und Frankreich sind für 500 Milliarden.

Nicht alle EU-Länder wollen aber die vorgesehenen Zuschüsse mittragen, die nicht zurückgezahlt werden müssten und von denen vor allem Italien und Spanien profitieren würden. Die „Sparsamen Vier“ – Österreich, die Niederlande, Dänemark und Schweden – wollen ausschließlich auf Kredite setzen.

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