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„Fire and Fury“-Autor Wolff „Trump hat nicht die emotionale Reife, die für diesen Job nötig ist“

Mit seinem Skandalbuch über den US-Präsidenten hat sich Autor Michael Wolff einen Namen gemacht. Im Interview mit Spiegel Online setzt er nun noch einen oben drauf.

Der Autor ist sich sicher, „Trump hat nicht die emotionale Reife, die für diesen Job nötig ist“. Quelle: AP

DüsseldorfFast zwei Millionen Mal hat sich der Titel „Fire and Fury“ von Autor Michael Wolff bereits verkauft. Damit ist das Buch über das erste Jahr der Präsidentschaft von Donald Trump auf dem Weg zu einem der erfolgreichsten Sachbücher der vergangenen Jahre. Jetzt legt der Buchautor in einem Interview mit Spiegel Online nach: Er rechne damit, dass es im Zuge der Russlandaffäre zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen den US-Präsidenten kommen wird. Belegen kann er seine Behauptung allerdings nicht. Seit seiner US-Premiere hält sich „Fire and Fury“ auf Platz eins der Bestsellerliste der „New York Times“. Am 16. Februar erscheint das Buch unter dem Titel „Feuer und Zorn“ auch auf Deutsch.

Michael Wolff, ein Journalist, der nicht gerade dafür bekannt ist, es mit den Fakten so genau zu nehmen, hat mit seinem Buch für viel Furore gesorgt. Der Präsident geht unter die Decke, sein Chef-Ideologe Steve Bannon verliert seinen Job. Er habe gar nicht versucht, so gesteht Wolff, jede einzelne Behauptung auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Er habe lieber seiner Erfahrung vertraut, und zum Schluss eine Geschichte daraus zusammengesetzt, die nicht unbedingt in ihren Details, aber in ihrem Narrativ, ihrer Idee, dem entsprach, was er erlebt hatte.

Auch nach Veröffentlichung seines Skandalbuchs teilt der Autor ordentlich aus: „Trump ist zu dumm, um sich zu verschwören“, sagt Wolff gegenüber Spiegel Online. Und meint damit Trumps Verstrickung in Sachen Russland-Affäre. In seinem Buch stellt er bereits die These auf, Trump und seine Leute seien nur in die Russland-Affäre gerasselt, weil sie nicht wussten, was da vor sich ging.

Genau deswegen rechne er damit, dass „Russland-Sonderermittler Robert Mueller keine Anklage gegen Trump erheben wird“, weil es so schwer sei, einen Vorsatz zu belegen. „Vorsatz ist schwer nachzuweisen, wenn man einen Idioten vor sich hat. Wenn man dumm ist, hat man keinen Vorsatz. Man tut es einfach“, argumentiert Wolff. Dafür schätzt er aber, dass die Demokraten die Kongresswahlen im November gewinnen werden, „und dass es dann wahrscheinlich zu einem Impeachment-Verfahren kommt“. Gelingt es den Demokraten, die Mehrheit im Kongress zu erlangen, können sie ein Amtsenthebungsverfahren gegen den US-Präsidenten anstrengen.

Und in den Augen Michael Wolffs wäre das wohl die richtige Entscheidung. Der Autor ist sich sicher, „Trump hat nicht die emotionale Reife, die für diesen Job nötig ist“. Er sei eben einer, der den Job „buchstäblich nicht erledigen kann“. Und das Schlimmste daran ist, so Wulff, dass Trump unkontrollierbar sei.

Das macht sich, zumindest in den Augen seiner politischen Gegner, dieser Tage vor allem an Trumps gerade erst vorgelegtem Haushaltsentwurf bemerkbar. Hatte er in seinem ersten, 2017 vorgelegten Haushalt noch ein kleines Plus bis 2027 veranschlagt, geht die aktuelle Budgetvorstellung von 7,2 Billionen Dollar Schulden über das nächste Jahrzehnt aus. Der Grund: Trumps Steuerreform wird sich nicht – wie von ihm im vergangenen Jahr betont – „von selbst bezahlen“.

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