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Flüchtlinge Kritik aus Rom „unfreundlich und haltlos“ – Paris bestellt Botschafter ein

Dass Menschen ihre Heimatländer in Afrika verließen, sei vor allem die Schuld Frankreichs, findet der italienische Regierungschef - Paris reagiert.

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Rom kritisiert Frankreich – Paris bestellt Botschafter ein Quelle: dpa

Paris Der italienische Vize-Regierungschef Luigi Di Maio hat Frankreich für die Migrationskrise mitverantwortlich gemacht und damit scharfen Protest im Nachbarland ausgelöst. Das Außenministerium in Paris teilte am Montag mit, dass die italienische Botschafterin Teresa Castaldo einbestellt worden sei. Sie habe Rede und Antwort zu den „unfreundlichen und haltlosen“ Äußerungen Di Maios stehen sollen. Diese liefen der „französisch-italienischen Partnerschaft“ und der Idee der „europäischen Gemeinschaft“ zuwider.

Am Vortag hatte Di Maio erklärt, dass Frankreich federführend eine Politik im Kolonial-Stil betreibe, die Afrika „verarmt“ und die Menschen dort an Europas Küsten treibe. Tags darauf spielte Di Maio die Spannungen im Verhältnis zu Paris herunter.

Er glaube nicht, dass dies ein Fall für die Diplomatie sei, sagte er vor Reportern - und legte zugleich nach. „Es ist wahr, dass Frankreich eines von jenen Ländern ist“, deren Aktionen in Afrika dazu beitragen, dass Migranten ihre Heimatländer verließen und sich auf gefährliche Reisen begäben.

Di Maios populistische Fünf-Sterne-Bewegung, die mit der rechten Lega die Regierungskoalition in Rom bildet, wirbt seit geraumer Zeit um die regierungskritische Gelbwesten-Bewegung in Frankreich. Wiederholt übte die Partei Kritik an Präsident Emmanuel Macron. Frankreich und Italien streiten sich zudem vor allem über die Migrationsfrage. Zuletzt geriet die Regierung in Rom mit Blick auf Todesfälle unter Bootsflüchtlingen im Mittelmeer in die Defensive.

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