Flüchtlingskrise Gauck trifft Obama: Flüchtlinge betreffen nicht nur Europa

Joachim Gauck im Weißen Haus. Der Bundespräsident versucht, die deutsch-amerikanischen Beziehungen neu zu beleben. Trotz aller Kontroversen, die bleiben.

Gauck zu Besuch bei Barack Obama. Quelle: dpa

Bundespräsident Joachim Gauck trifft zum Abschluss seiner USA-Reise am Mittwoch in Washington mit US-Präsident Barack Obama zusammen. Zum ersten Mal seit 18 Jahren wird damit ein deutsches Staatsoberhaupt im Weißen Haus empfangen. Auch Treffen Gaucks mit Vizepräsident Joe Biden und Außenminister John Kerry sind geplant.

Im Mittelpunkt der Gespräche steht der 25. Jahrestag der deutschen Einheit. Aber auch der Stand der deutsch-amerikanischen Beziehungen, die Lage in Syrien und die Flüchtlingskrise dürften zur Sprache kommen. Gauck sagte am Dienstagabend, das Treffen mit Obama im Weißen Haus sei „so etwas wie die Erfüllung eines Lebenstraums“.

Nach der Ankunft in Washington am Dienstagabend besuchte Gauck, der von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt begleitet wird, das Lincoln Memorial und das Denkmal für Martin Luther King. Der schwarze Bürgerrechtler sei für „unendlich viele Freiheitskämpfer in der Welt eine ganz große Symbolfigur“, sagte Gauck.

Bei einem Empfang in der deutschen Botschaft zum Jahrestag der deutschen Einheit dankte Gauck den USA und insbesondere dem damaligen Präsidenten George Bush Senior, der die Wiedervereinigung entscheidend vorangetrieben habe. Auch für drängende Aufgaben wie die Bewältigung der Flüchtlingskrise sei es notwendig, die Kräfte der transatlantischen Partnerschaftaft und der deutsch-amerikanischen Freundschaft zu bündeln.

Zuvor hatte Gauck in Philadelphia zu einer Stärkung der transatlantischen Beziehungen und der Nato aufgerufen. Von den USA wünsche er sich zudem einen aktiveren Beitrag in der aktuellen Flüchtlingskrise. „Ich hätte ganz gern, wenn das Gespräch über Flüchtlinge nicht nur ein europäisches Gespräch bleibt“, sagte Gauck in einer Diskussion mit Studenten.

Mit Blick vor allem auf den Irak sagte er, die Amerikaner seien im Nahen Osten aktiv gewesen, um Verhältnisse zu verändern, Diktatoren zu stürzen, neue Gesellschaften zu errichten. „Und aus diesen Einsätzen heraus sind ja auch Flüchtlingsbewegungen entstanden. Da beißt die Maus keinen Faden ab.“

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