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Flüchtlingskrise in Europa Schweden brennt

Lange hat Schweden großzügig Flüchtlinge aufgenommen. Doch jetzt kann das Land nicht mehr: Wir sind am Limit, sagt der Regierungschef. Die Stimmung kippt – begleitet von Bränden und einem rassistischen Attentäter.

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Schwedische Sicherheitskräfte. Quelle: dpa

Neben Deutschland ist Schweden das Hoffnungsland vieler Flüchtlinge. Zehntausende von ihnen hat Schweden in den vergangenen Monaten mit offenen Armen empfangen. In Europa nimmt kein Staat gemessen an der Einwohnerzahl auch nur annähernd so viele Menschen auf. Doch der Zustrom überfordert das skandinavische Land zunehmend. „Wir sind an der Grenze unserer Kapazität“, sagt Regierungschef Stefan Löfven. Mit der immer größeren Belastung droht die Stimmung in der Bevölkerung zu kippen, ähnlich wie in Deutschland.

Und während die Regierung verzweifelt nach Lösungen sucht, steht eine geplante Unterkunft für Asylbewerber nach der nächsten in Flammen. Auch das kennt man aus Deutschland. Zuletzt brennt am Donnerstag ein früheres Altersheim im südschwedischen Schonen, in dem Flüchtlinge unterkommen sollten. Verletzte gibt es nicht, aber das Feuer ist ein weiteres Kapitel in einer beunruhigenden Brandserie im ganzen Land, die Schweden seit Wochen zusetzt und die Diskussionen verschärft.

So viel Geld bekommen Flüchtlinge in den europäischen Ländern

Weiteres Zeichen ist ein Attentat, das an die Attacke auf die inzwischen gewählte Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker erinnert. Getrieben von „rassistischen Motiven“ hat ein Mann, mit einem Schwert bewaffnet, in einer Koran-Schule in der Industriestadt Trollhättan einen Lehrer und einen Schüler getötet. Swedische Medien hatten bereits über einen rechtsextremen Hintergrund bei dem Angreifer berichtet. Demnach hatte der Täter im Internet Material verbreitet, in dem Adolf Hitler und Nazi-Deutschland glorifiziert wurden. Es ging demnach auch um Kritik am Islam und an der Einwanderung.

Löfven ist schwer unter Druck. Und machte deshalb auch zuletzt in Brüssel klar: „Schweden nimmt nicht einfach immer weiter seinen Teil (an Flüchtlingen) auf, solange das andere Länder nicht auch tun.“ Nach Ansicht der rechtspopulistischen Schwedendemokraten (SD) hat seine großzügige Asylpolitik das Land in eine Katastrophe geführt. Sie verlangen eine Volksabstimmung über die Flüchtlingsfrage - und eine Anzeigenkampagne, wie sie das Nachbarland Dänemark führt.

Mit strengeren Regeln hatte die dänische Regierung das Land gezielt weniger attraktiv für Flüchtlinge machen wollen. Im Gegensatz zu Schweden hatten dort anschließend nur ein paar Tausend Menschen Asyl gesucht. „Wir wollen mit Annoncen in ausländischen Zeitungen erklären, dass das Schlaraffenland, das sie in Schweden suchen, nicht länger existiert“, sagt SD-Parteichef Jimmie Åkesson.

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Bis zu 190.000 Asylbewerber erwartet das Land nach einer neuen Prognose in diesem Jahr, noch einmal 40.000 mehr als maximal erwartet waren, darunter viele unbegleitete Kinder. „Die Situation ist beispiellos“, warnt Anders Danielsson, Direktor der Migrationsbehörde. Jede Woche kommen in diesem Monat 9.000 Menschen an. Allein über Rostock und Sassnitz sind seit Anfang September nach vorsichtigen Schätzungen rund 15.000 Menschen nach Schweden gelangt.

Beheizte Zelte sollen einigen von ihnen im eisigen nordischen Winter einen Not-Unterschlupf bieten, doch bis zum Jahresende könnten trotzdem bis zu 45.000 Schlafplätze fehlen. Die Kosten sprengen die Budgets von Staat und Kommunen schon jetzt. Und Erleichterung ist nicht in Sicht. Die Migrationsbehörde hat ausgerechnet, dass sie 29 Milliarden Kronen (rund drei Milliarden Euro) mehr benötigt als erwartet, um die Aufgabe auch im kommenden Jahr stemmen zu können. Nach Prognosen der Behörde könnten dann noch einmal mehr als 150.000 Menschen Schweden erreichen. Einige Städte wie Malmö - Anlaufstelle Nummer eins für Neuankömmlinge in Südschweden

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