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Flutwelle Indonesien bittet nach Tsunami-Katastrophe um internationale Hilfe

Nach dem Tsunami mit mehr als 800 Toten wendet sich Indonesien an die internationale Gemeinschaft. Derweil wehrt sich die Warnbehörde gegen Kritik.

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Menschen inspiziert nach einem schweren Erdbeben und Tsunami die Schäden an einer Moschee. Nach der Tsunami-Katastrophe mit vielen Hundert Toten in Indonesien haben die Rettungskräfte am Montag die Suche nach Überlebenden wieder aufgenommen und um internationale Hilfe gebeten. Quelle: dpa

Jakarta Indonesien hat nach der Tsunami-Katastrophe um internationale Hilfe gebeten. Präsident Joko Widodo bat die Investitionsbehörde des 260-Millionen-Einwohner-Landes, die Hilfe zu koordinieren. Dies teilte der Chef der Behörde, Thomas Lembong, am Montag in der Hauptstadt Jakarta mit. Zuvor hatten schon zahlreiche Staaten und internationale Organisationen Hilfsangebote gemacht, auch die Europäische Union.

Die Warnbehörden wehren sich hingegen gegen Kritik am Warnsystem. Die Leiterin der zuständigen Agentur für Meteorologie, Klima und Geophysik (BMKG) rechtfertigte die Entscheidung, die ausgerufene Tsunami-Warnung am Freitagabend nach einer halben Stunde wieder aufzuheben. Zu diesem Moment habe es keine Flutwellen mehr gegeben, sagte Behördenchefin Dwirkorita Karnawati der Zeitung „Jakarta Post“ (Montag).

Der Behörde zufolge wurde die Küstenstadt Palu nach der Serie von Erdbeben innerhalb weniger Minuten von drei Flutwellen getroffen. „Der Strand von Palu wurde in der Dämmerung von drei Wellen erfasst. Das hat zweieinhalb Minuten gedauert“, sagte sie der Zeitung. „Die dritte und höchste hat Häuser und Kioske mit sich gerissen.“ Die Tsunami-Warnung sei dann erst einige Minuten später aufgehoben worden, um genau 18.37 Uhr Ortszeit.

Aus Sicht des Deutschen Geoforschungszentrums in Potsdam (GFZ) war jedoch auch das zu früh. „Das System sieht vor, dass die Warnung frühestens nach zwei Stunden aufgehoben werden darf“, hatte GFZ-Sprecher Josef Zens dem „Tagesspiegel“ gesagt.

Nach bisherigen Angaben kamen bei der Serie von Erdbeben und der folgenden Flutwelle mehr als 800 Menschen ums Leben. Befürchtet wird, dass die Zahl der Opfer in den nächsten Tagen noch deutlich steigt.

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