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Folge des Klimawandels? Die extreme Dürre in den USA kostet Milliarden

Seit drei Jahren leidet der Westen der USA unter einer Dürre. Das Land bereitet sich auf Milliardenschäden vor, Präsident Barack Obama sieht sich im Glauben an den Klimawandel bestärkt.

Die Apokalyptiker des Klimawandels
Al Gore»Jeder einzelne Meter, den der Meeresspiegel ansteigt, verursacht rund 100 Millionen Klimaflüchtlinge.«Der ehemalige US-Vizepräsident wurde zum wichtigsten politischen Vertreter der Klimapolitik in den USA. Bücher, Konzertreihen und ein Dokumentarfilm zum Thema („Eine unbequeme Wahrheit“) machten ihn zur politischen Ikone der Klimabewegung in den Vereinigten Staaten. Quelle: REUTERS
Rajendra Pachauri»Hitzewellen, die alle paar Jahrzehnte auftraten, werden bis Mitte des Jahrhunderts jedes zweite Jahr vorkommen.«Der Ökonom und Eisenbahningenieur leitet seit 2002 das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Gemeinsam mit Al Gore erhielt der Inder für diese Arbeit 2007 den Friedensnobelpreis. Die regelmäßigen Prognosen des IPCC finden weltweit große Beachtung. Quelle: REUTERS
Nicholas Stern»Was auf die Welt zukommt, das hat es in den vergangenen 30 Millionen Jahren nicht gegeben.«Der einstige Chefökonom der Weltbank beschäftigte sich 2006 in dem nach ihm benannten Bericht mit den wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels. Vor großen Zahlen schreckt er nicht zurück: Im schlimmsten Fall werde die Erderwärmung 20 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts kosten. Quelle: AP
Hans Joachim Schellnhuber»Fünf Grad mehr können bedeuten, dass sich eine Wüste vom Süden bis nach Berlin erstreckt.«Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung ist der wohl bekannteste deutsche Klimaforscher. Der Ideengeber für das „Zwei-Grad-Ziel“ der UN nimmt als Mitglied im IPCC und wissenschaftlicher Berater der Bundesregierung Einfluss auf die Klimapolitik. Quelle: dpa
Angela Merkel»Wir wissen, dass das Zwei-Grad-Ziel nicht zu erreichen ist, es wird eher das Doppelte herauskommen.« Spätestens seit dem medienwirksamen Auftritt mit dem damaligen Umweltminister Sigmar Gabriel auf Grönland 2007 hat die Bundeskanzlerin das Klima für sich entdeckt. Nach dem Fukushima-Reaktorunfall nutzte sie die emotionale Kraft des Themas, um aus der Atomkraft auszusteigen Quelle: REUTERS
Michael Mann»Die weltweite Klimaentwicklung im vergangenen Jahrhundert hat die Form eines Hockeyschlägers.«Auf diese Form lässt sich die Erkenntnis des US-Forschers bringen. 1999 veröffentlicht, wurde sie zeitweise zum Hauptwerk der Klimaforschung. In die Öffentlichkeit drängt es den Forscher kaum. Mit der anschaulichen These ist er dennoch zum Hassobjekt des konservativen Amerikas geworden. Quelle: Presse

Barack Obama lag nicht schlecht mit seiner düsteren Prognose. Bei einem Besuch des von Dürre geplagten Bundesstaates Kalifornien im Februar sagte der US-Präsident, die USA müssten sich wegen des Klimawandels auf eine Zunahme von Wetterextremen einstellen: „Es ist eindeutig: Klimawandel bedeutet, dass Dürren, Waldbrände, Stürme und Hochwasser schlimmer werden und die Folgen teurer.“

Ein knappes halbes Jahr später wird klar: Die Dürre in Kalifornien und anderen Staaten im Südwesten der USA wird immer schlimmer und nimmt schon jetzt katastrophale Ausmaße an. Die wirtschaftlichen Belastungen gehen in die Milliarden und könnten bald auch weltweit zu spüren sein.

Die Dürre hält bereits seit drei Jahren an und es ist – anders als von Meteorologen zu Beginn des Jahres noch erhofft – keine Besserung in Sicht. Wetterexperten waren davon ausgegangen, dass das als El Niño bezeichnete, globale Wetterphänomen 2014 mehr Regen in die Krisengebiete in Kalifornien, Oregon, Nevada, Arizona und New Mexico bringen würde. Doch diese Hoffnung haben sie aufgrund neuer Wetterdaten inzwischen weitgehend aufgegeben. Stattdessen ist bereits vom vierten Dürre-Jahr in Folge die Rede.

Lebensmittelpreise werden steigen

Auf 80 Prozent der Fläche Kaliforniens sehen Wissenschaftlicher extreme Trockenheit. „Wir erleben eine der schlimmsten Dürren in der Geschichte des Bundesstaates“, sagt Felicia Marcus, Chefin der obersten Wasserbehörde des Bundesstaates. „Hunderttausende von Äckern werden in diesem Jahr brachliegen, Gemeinden werden um ihre Wasserversorgung kämpfen und auch die Natur wird Schaden nehmen.“

So sehen Obamas Pläne zur CO2-Reduzierung aus

Eine Studie der Universität von Kalifornien sieht für 2014 einen wirtschaftlichen Schaden der Dürre von 2,2 Milliarden Dollar allein in Kalifornien. Darüberhinaus werde das Extremwetter im wirtschaftlich bedeutendsten Bundesstaat der USA rund 17.000 Jobs kosten. Weil in Kalifornien Ackerflächen von insgesamt über 1,600 Millionen Quadratmetern verdorren, werden Lebensmittelpreise spürbar steigen – in den USA, bei einzelnen Produkten aber auch weltweit. In Kansas wird die schlechtes Ernste seit 1989 prognostiziert. Die Hälfte des in den USA verkauften Gemüses sowie der Früchte und Nüsse kommen aus Kalifornien. Doch auch Deutschland könnte die Dürre zu spüren bekommen.

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