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Fragiles Bankensystem Frankreich steht das Wasser bis zum Hals

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Grafik: Teures Frankreich Quelle: Eurostat, Insee

Frankreich ist auf das Wohlwollen Deutschlands angewiesen, aber es kann auch nicht im Interesse Deutschlands sein, dass sein wichtigster Handelspartner wegbricht. Dann würde auch Deutschland von der Lawine weggerissen. Uterwedde empfiehlt eine Politik aus Zuckerbrot und Peitsche, eine Politik, die auch der sozialistische Präsidentschaftskandidat François Hollande, der sich bislang mit großen Versprechungen zurückhält, akzeptieren müsste: „Ja zur Solidarität, aber mit Gegenleistungen wie eine Budgetüberwachung, Einschränkungen der nationalen Souveränität sowie eine glaubwürdige Konsolidierungspolitik.“

Bangen um Glaubwürdigkeit

Den Beweis, dazu bereit zu sein, muss Paris jetzt erbringen. Sonst ist die Glaubwürdigkeit endgültig perdu und damit wohl auch der Euro am Ende. Nicht nur Isabelle Bourgeois, sondern auch Uterwedde haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Schon einmal habe Deutschland Frankreich zur Räson gebracht: 1983. Damals musste Präsident François Mitterrand seine keynesianische Wohltatenpolitik einstellen, weil die Bundesregierung einer Aufwertung der D-Mark innerhalb des Europäischen Währungssystems (EWS) nur unter der Bedingung zustimmte, dass Frankreich auf eine Sparpolitik einschwenkt.

Diesmal ist der Druck der Märkte noch viel stärker. Ganz Europa steht auf dem Spiel. Jetzt muss Sarkozy zeigen, dass es ihm ernst ist mit entschlossenem und glaubwürdigem Handeln. Auch auf deutscher Seite bedarf es Härte und Entschlossenheit. Allzu oft hatte man in Berlin naives Vertrauen in französische Verbalbekundungen, die sich dann als Schönwetterbekenntnisse erwiesen.

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