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Frankreich Mit Europa zum Wahlsieg

Seit Wochen kommt der französische Präsident Nicolas Sarkozy in den Umfragen nicht an seinem Rivalen François Hollande vorbei. Gestern scharte Sarkozy nahe Paris mehr als 50000 Anhänger um sich, um seinem Wahlkampf neuen Schwung zu geben.

Nicolas Sarkozy Quelle: dpa

Das Ziel für den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy an diesem Sonntag ist klar: Es muss eine große Rede werden, die dem Wahlkampf neue Dynamik gibt. Mehr als 50000 seiner Unterstützer sind dafür in eine riesige Messehalle vor den Toren von Paris gekommen.

Seit November liegt der Präsident in den Umfragen rund drei Prozent hinter Hollande. Den zweiten Wahlgang Anfang Mai würde er sogar mit einem Abstand von über zehn Prozent verlieren, so eine Umfrage der Wirtschaftszeitung Les Echos vom siebten März. Sarkozy weiß, dass er gegenüber seinem Herausforderer François Hollande von der Sozialistischen Partei endlich Boden gut machen muss.

Was die Franzosen mit Deutschland verbinden
Was die Franzosen mit Deutschland verbindenDie Deutsche Botschaft in Paris hat im vergangenen Jahr das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage vorgestellt. Die Frage lautete: Welches Bild haben die Franzosen von den Deutschen und umgekehrt? Fest steht: Es ist eine lange Geschichte der Anerkennung, aber auch der Anfeindung. Ein kurzer Überblick, über die Begriffe, mit denen die Franzosen uns Deutsche identifizieren. Quelle: dpa
Abgeschlagen auf den hinteren Plätzen landeten Begriffe wie „Hitler“, „Nazis“ und „Krieg“. Die Autoren der Studie schlussfolgern daraus: Germanophobie gibt es in Frankreich kaum noch. Gerade die jüngeren Franzosen denken mit Blick auf die vergangenen Jahrzehnte eher an den Fall der Mauer, als an Deutschlands Rolle unmittelbar vor und während des Zweiten Weltkrieges. Quelle: AP
Die Franzosen reden bei Deutschland von "Respekt" (33 Prozent); die Deutschen eher von "Sympathie" (65 Prozent). Die Frage, ob Deutschland ein Verbündeter oder gar ein Freund ist, haben die Franzosen in der Vergangenheit auch mal giftig beantwortet. Der französische Schriftsteller Francois Mauriac sagte einst: "Ich liebe so sehr Deutschland, dass ich mich freue, dass es gleich zwei davon gibt". Er meinte die Bundesrepublik und die DDR. Nun wählen die Franzosen den Begriff "Partnerschaft", um ihre Beziehung zu Deutschland zu beschreiben. Daran soll sich auch künftig nichts ändern - laut der Umfrage der Deutschen Botschaft in Paris schätzen 45 Prozent der Befragten Deutschland als privilegierten Partner. Anders sehen das die Deutschen: 72 Prozent wollen Frankreich als ein Land wie jeden anderen Partnerstaat sehen. Quelle: dpa
Die Würstchen oder das Sauerkraut nannten zwölf Prozent der Befragten als was typisch Deutsches. Man muss davon ausgehen, dass die deftige Küche als Beispiel deutscher Kochkünste herhalten muss. Quelle: dpa
Das deutsche Auto genießt bei den Franzosen ein hohes Ansehen. 18 Prozent der Befragten gaben das an erster Stelle an - genauso viele, die "Strenge" nannten. Gerade in Wirtschaftsangelegenheiten dient Deutschland aus französischer Sicht als Vorbild: 63 Prozent der Befragten gaben an, dass sich Frankreich stärker am deutschen Modell ausrichten sollte. Entsprechend hoch ist auch der Wille, dass die künftige Kooperation mit deutschen Unternehmen verstärkt werden sollte - 38 Prozent der Franzosen vertraten diese Meinung. Quelle: dpa
Die deutschen Rheinnachbarn werden auch stark mit ihrem Bier assoziiert: 23 Prozent der Befragten nannte als erst das deutsche Getränk par excellence. Quelle: AP
Gefragt nach einem spontanen Gedanken zu Deutschland, wurde der Nachname der deutschen Bundeskanzlerin bei der Umfrage der Deutschen Botschaft am meisten genannt. 29 Prozent der Befragten gaben " Merkel" an. Nicht nur für die Franzosen verkörpert die Bundeskanzlerin die Werte Fleiß, Disziplin und Rechtschaffenheit. Dass Merkel in Paris einen hohen Stellenwert genießt, zeigte sich schon im Sommer 2011. Eine breite Mehrheit der Franzosen hatte in einer Umfrage der französischen Zeitung "Le Parisien" erklärt, sie trauen der Deutschen eher als dem damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy zu, die Schuldenkrise zu lösen. Mit dem sozialistischen Präsidenten Francoise Hollande dürfte die Zahl nicht kleiner geworden sein. Quelle: REUTERS

Aber um aufzuholen, muss der Präsident die Schlagzeilen und die Agenda im Land an sich reißen. Das hat er mit seinen Reformvorschlägen zum Lehrergehalt und der Arbeitslosenversicherung in den vergangenen Wochen nicht geschafft.

Viele von denen, die zur bisher größten Wahlkampfveranstaltung Sarkozys gekommen sind, wie der Student Kevin Fontaine, erwarten „eine Hauruck-Rede, die alle Konservativen im Land vereint“. Andere, wie der Rentner Jacques Boulin aus Lyon wollen konkrete Vorschläge hören, wie Sarkozy die Arbeitslosigkeit in den Griff bekommen will.

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