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Freihandelsabkommen Kleinkrieg der Großmächte

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Das Wohl der Bauern hängt nicht am Abkommen

Deutschlands wichtigste Handelspartner
Russische Föderation Quelle: dpa-tmn
Belgien Quelle: REUTERS
Die Schweizer Landesfahne weht am Großen Aletschgletscher Quelle: ZB
Die Österreichische Flagge Quelle: dpa
assanten und Fahrzeuge passieren in Rom das Kolosseum Quelle: dapd
Lichtereines vorbei fahrenden Busses strahlen vor dem Big Ben in London Quelle: Reuters
Eine US-Flagge weht vor der Freiheitsstatue Quelle: REUTERS

"Hormonbehandeltes Fleisch aus den USA darf nicht in die Europäische Union eingeführt werden. Das ist der Wunsch der Verbraucher in Europa – und den unterstützen wir", sagt Michael Lohse vom Deutschen Bauernverband. Auch versteht er die Aufregung der US-Kollegen über die langwierigen Tests vor dem Markteintritt von Gemüse und Früchten aus Übersee nicht. "Eine Zulassung von Lebensmitteln auf einem Markt ist ein komplexer Vorgang. Sie können die Produkte ja erst mit dem Markteintritt testen. Und wissenschaftliche Analysen dauern", so Lohse. Oftmals länger, als neue Genvariationen auftauchen. "Das führt zur Verärgerung auf Seiten der USA – ist aber nicht zu ändern."

Lage der USA

Die mächtige US-Agrarlobby schäumt. Sie besteht auf unbeschränkten Zugang zu Europas Märkten, auch für genetisch modifizierte Lebensmittel. Eine Einigung scheint ausgeschlossen. Lohse betont, dass er sich wünschen würde, wenn es zu einem Abkommen kommen würde. Aber nicht um jeden Preis. Wohl und Wehe der deutschen Bauern hänge nicht an einem transatlantischen Binnenmarkt.

"Deutschland ist der weltweit drittgrößte Exporteur von Agrargütern. Unsere Stärke ist der europäische Binnenmarkt. 80 Prozent unser exportierten Güter gehen ins EU-Ausland, hauptsächlich nach Frankreich, Italien und die Niederlande", erklärt Lohse. Auch würde Deutschland hauptsächlich aus EU-Ländern und aus Entwicklungsländern importieren.

Ausland



Ohne eine Einigung bei den Streitpunkten aber blieben die Wachstumsverheißungen eines transatlantischen Abkommens nur heiße Luft. Doch wie bei der öffentlichen Auftragsvergabe und bei den Lebensmitteln ein Kompromiss gefunden werden soll, weiß keiner. Einfach werden die Verhandlungen, die US-Präsident Obama in der Nacht ankündigte, also nicht. Auch die US-Abgeordneten sind skeptisch. Der Beifall für Obamas Handelsinitiative fiel kühl aus.

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