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Freytags-Frage

Liegen die Märkte der Zukunft für die deutsche Wirtschaft in Afrika?

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Die Begeisterung für China lässt nach in Afrika

Die wichtigsten Fakten aus dem Wasserbericht
Die Nachfrage nach Energie und nach Wasser wird in den kommenden Jahrzehnten steigen. Dieser Anstieg führt zu erheblichen Herausforderungen und Belastungen in fast allen Regionen, vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern. Bis 2050 wird der globale Wasserbedarf voraussichtlich um rund 55 Prozent steigen. Bedingt wird dies vor allem durch die steigende Nachfrage in der industriellen Fertigung (plus 400 Prozent). Der spezifische Bedarf der Haushalte wird dagegen "nur" um 130 Prozent zunehmen. Mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung werden 2050 voraussichtlich in Gebieten mit starkem Wasserstress leben.Quelle: Weltwasserbericht 2014 Quelle: REUTERS
Die Versorgung mit Wasser und die Versorgung mit Energie sind wechselseitig abhängig. Entscheidungen in einem Sektor haben positive und negative Auswirkungen auf den jeweils anderen Sektor. Krisen wie Armut, Gesundheit und Hunger sind eng verbunden mit Wasser und Energie. Weltweit haben nach verschiedenen Schätzungen rund 768 Millionen bis 3,5 Milliarden Menschen keinen Zugang zu einer guten Wasserversorgung. 2,5 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu ausreichender sanitärer Versorgung. In den meisten Fällen sind die Menschen, die unter Wassermangel leiden, auch von fehlender Energieversorgung betroffen: Mehr als 1,3 Milliarden Menschen haben keinen Strom und rund 2,6 Milliarden Menschen nutzen zum Kochen vor allem Holz. Quelle: dpa
Politik und Verwaltung, Planer und Praktiker können die Barrieren zwischen ihren jeweiligen Sektoren schrittweise überwinden. Der Staat kann durch innovative und pragmatische Ansätze die Versorgung mit Wasser und Energie effizienter machen und Kosten sparen. Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts für die Regierungen lautet, die vielfältigen Aspekte von Wasser und seiner Nutzung zu berücksichtigen. Quelle: dpa
Der Preis für Energie- und Wasserdienstleistungen sollte die Kosten für Bereitstellung und sozio-ökologische Folgen berücksichtigen. Die Grundbedürfnisse der Armen und Benachteiligten dürfen nicht beeinträchtigt werden. Der Zugang zu sauberem Wasser ist als Menschenrecht anerkannt - auf die Energieversorgung wird dies noch nicht angewandt. Quelle: obs
Der private Sektor kann eine größere Rolle bei Investitionen, Wartung und Betrieb von Wasser- und Energieinfrastruktur spielen. Energie ist ein gutes Geschäft, der Energiesektor kann daher viele Hebel in Bewegung setzen. Quelle: dpa
Auch die staatliche Unterstützung für Forschung und Entwicklung sind entscheidend für den Ausbau alternativer, erneuerbarer und weniger wasserintensiver Energieformen. Energie und Wasser können gemeinsam und synergetisch produziert werden. Es bietet sich etwa eine Kombination von Kraftwerken und Entsalzungsanlagen, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die Nutzung alternativer Wasserquellen für thermische Kraftwerkskühlung oder etwa Energierückgewinnung aus Abwasser an. Für die Suche nach neuen technischen Lösungswegen braucht es entsprechende politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, damit die Sektoren besser zusammenarbeiten. Quelle: dpa
Wasser und Energie stehen im Zentrum nachhaltiger Entwicklung und müssen solchermaßen anerkannt werden. Es muss ein Wandel hin zu einer nachhaltigen und wechselseitig kompatiblen Entwicklung von Wasser und Energie gefunden werden. So sehen die Experten etwa beim Fracking, das große Mengen an Wasser erfordert, Risiken für Wasserqualität und die menschliche Gesundheit. Quelle: REUTERS

Für die deutsche Wirtschaft ist bedeutsam, dass diese Mittelschicht eine enorme Nachfrage nach europäischen, dabei auch und gerade nach deutschen Produkten äußert und in der Zukunft äußern wird. Deutsche Produkte genießen in Afrika – wie auch anderswo – einen exzellenten Ruf. Das bezieht sich sowohl auf Investitionsgüterindustrie als auch auf langlebige Konsumgüter; der Ruf deutscher Automobile beispielsweise ist legendär; dieser Sektor ist bereits präsent, andere können daraus sicher Nutzen ziehen.

Neben dem reinen Export sind auch Investitionen denkbar, die sowohl den afrikanischen Markt bedienen als auch die Standortvorteile einzelner afrikanischer Regionen nutzen können. Viele Länder versuchen, ihre Rohstoffe selber zu verarbeiten. Deutsches Know-How kann dabei helfen, zumal deutsche Unternehmen andere ethische Standards als zum Beispiel chinesische Unternehmen zu haben scheinen. Dies wird auch für afrikanische Regierungen immer wichtiger.

Die Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen für das Jahr 2015

Zwar gibt es Konkurrenz. Besonders haben die gerade erwähnten chinesische Firmen in den vergangenen Jahren in Afrika Fuß fassen können, es darf aber nicht vergessen werden, dass das chinesische Engagement in vielen Regionen Afrikas nicht mit ungeteilter Begeisterung aufgenommen wird: Zu harsch benehmen sich die Investoren, zu wenige Arbeitsplätze für Einheimische werden geschaffen, und zu schlecht sind oftmals die Produkte und Investitionsprojekte.

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    Es passt auch ins Bild, dass  China selber in Schwierigkeit gerät. Innerhalb Chinas müsste die Marköffnung und Privatisierung vorangetrieben werden, was aber offenbar unterbleibt, wie die Europäische Handelskammer in dieser Woche beklagte. Der Reformeifer der chinesischen Führung scheint dort zu enden, wo sich ökonomische mit politischen Freiheiten zu verbinden drohen.

    Somit wird China nicht nur als Markt schwieriger, auch die Konkurrenz aus China wird es in Zukunft schwerer haben, wenn die Dynamik dort nachlässt. Aus dem Problem kann dann eine Chance für die deutsche Wirtschaft werden.

    Ausland



    Denn die Schwierigkeiten der chinesischen Unternehmen in Verbindung mit der Unzufriedenheit afrikanischer Kunden mit den oftmals billigen, aber dann vielfach schlechten und damit gerade nicht preiswerten Produkten aus China bietet die Chance für deutsche Wertarbeit. Das Bewusstsein für Qualität ist in Afrika seit einigen Jahren enorm gestiegen.

    Nun ist es aber nicht so, dass afrikanische Märkte in irgendeiner Weise einfach wären. Kulturelle Unterschiede, andere Bedürfnisse, Verwaltungsprobleme, Korruption und anderes mehr stellen in der Tat hohe Barrieren dar. Doch kann man wohl mit Recht behaupten, dass die deutschen Exporteure erfahren genug sind, diese Herausforderungen zu meistern. Es ist gut, dass Spitzenverbände sich dazu bekennen.

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