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Freytags-Frage
Bundeskanzlerin Angela Merkel berät am Freitag mit Staats- und Regierungschefs afrikanischer Länder über eine weitere Verstärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Quelle: dpa

Was bringt Deutschlands Afrikastrategie endlich voran?

Die Industrie sollte sich mehr für Afrika interessieren. Das Land bietet Potenzial, wenn andere Märkte – wie etwa der chinesische – schwieriger zu bedienen werden. Warum also stagnieren die Investitionen?

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Der Afrika-Gipfel in Berlin am Freitag soll vornehmlich Investitionsmöglichkeiten in den zwölf sogenannten Compact-Staaten ausloten. Das sind die afrikanischen Länder, die der Initiative Compact with Africa (CwA) angehören. Im Rahmen des CwA hat die Bundesregierung einen Entwicklungsinvestitionsfonds geschaffen, der insgesamt mit etwa einer Milliarde Euro in drei Programmen – AfricaConnect, AfricaGrow und dem Wirtschaftsnetzwerk Afrika – ausgestattet ist. Mit jeweils potenziell 400 Millionen Euro finanzieren AfricaConnect beziehungsweise AfricaGrow Investitionen kleiner und mittlerer Unternehmen aus Europa beziehungsweise aus Afrika mit günstigen Konditionen und nach Aussagen der Bundesregierung unbürokratisch.

Allerdings sind die bisherigen Ergebnisse ernüchternd, denn im Rahmen von AfricaConnect sind bisher knapp 60 Millionen Euro an europäische Unternehmen ausgereicht worden, die etwa 2500 Arbeitsplätze geschaffen und knapp 6500 Jobs erhalten haben. Das ist – gemessen am Bevölkerungswachstum und der Dringlichkeit neuer Arbeitsplätze in den meisten afrikanischen Ländern – kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein, obwohl jedes einzelne Projekt ein Erfolg für sich ist. Möglicherweise hatte der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft von Anfang an recht mit seiner Einschätzung, dass Wagniskapital gebraucht wird und kein konventioneller Fonds.

Eine ähnliche Bedeutung scheint der im Rahmen von AfricaGrow errichtete Dachfonds zu haben, der afrikanischen Unternehmen offenbar ebenfalls etwa 50 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat. Zielmarke dieses Programms sind 25.000 neue Arbeitsplätze in Afrika. Auch das kann man durchaus als bescheiden ansehen. Dass man auch anders in Afrika investieren kann, zeigt das Africa Singapore Business Forum (ASBF), wo von deutlich höheren Summen an investiertem Kapital auszugehen ist. Dort denkt man offenbar in großen Zusammenhängen.



Die dritte Säule ist das Wirtschaftsnetzwerk Afrika, das von verschiedenen deutschen Akteuren mit Afrikabezug getragen wird und neben der Beratung auch Pilotprojekte zur Geschäftsanbahnung im weitesten Sinne anbietet. Allerdings bleibt ein fader Beigeschmack, denn Angebote dieser Art gibt es bereits seit langem von der Bundesregierung, aber auch von privater Seite. Diese zu verdrängen, ist keine staatliche Aufgabe.

Ohne Zweifel sind diese drei Programme als wertvoll, wenn auch unzureichend zu bezeichnen. Sie erhöhen die Wahrnehmung Afrikas nicht nur in der deutschen Wirtschaft, sondern auch in der gesamten Öffentlichkeit im Grundsatz. Dies ist besonders wichtig, denn die deutschen Investitionen in Afrika stagnieren seit Jahren bei einem Prozent aller deutschen ausländischen Direktinvestitionen (FDI). Daran konnte auch der CwA bislang nichts ändern.

Die Zurückhaltung deutscher Unternehmen in Afrika ist bedauerlich, denn Afrika ist schon sehr lange der am schnellsten wachsende Kontinent. Dort wurde vor einigen Jahren die größte Freihandelszone der Welt begründet, die sogenannte African Continental Free Trade Area (AfCFTA), die als ein Ziel eine stärkere Industrialisierung des Kontinents anstrebt; das dürfte für Investitionsgüterproduzenten, beispielsweise für deutsche Maschinenbauer, eine interessante Aussicht bieten. Aber auch die Konsumgüterindustrie sollte sich für Afrika interessieren. Denn es entsteht langsam, aber doch in gewisser Weise beharrlich eine Mittelschicht, deren Mitglieder eine starke Präferenz für deutsche Qualitätsprodukte entwickelt haben oder im Begriff sind, dies zu tun.

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