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Freytags-Frage
Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller, bei der G20 Afrika-Partnerschaftskonferenz mit dem Präsidenten von Mali, Ibrahim Boubacar Keita, Ägyptens Präsident Abd al-Fattah as-Sisi, IWF-Chefin Christine Lagarde, Ghanas Präsident, Nana Akufo-Addo, Tunesiens Präsident Beji Caid el Sebsi, Italiens Ministerpräsident, Paolo Gentiloni, der Präsident von Ruanda, Paul Kagame und der Präsident des Senegals, Macky Sall, Nigers Präsident, Mahamadou Issoufou (v.l.n.r.). Quelle: dpa

Wie kann Deutschland Afrika wirklich helfen?

Afrika ist kein Krisenkontinent, sondern bietet viel Wachstumspotential. Die Bundesregierung hat das erkannt - doch sie verweigert sich den richtigen Schlüssen.

Die G20-Präsidentschaft der Bundesregierung strebt ihrem Höhepunkt zu. In zwei Wochen startet der G20-Gipfel in Hamburg. Dort wird die Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer unter anderem Verhandlungen zu Weichenstellungen für die zukünftigen Regeln im Welthandel und im Klimaschutz führen. Doch die Hoffnungen sind in diesem Jahr begrenzt, was allerdings nicht am Gastgeber liegt.

Es gibt aber noch ein weiteres Thema, das in Hamburg wichtig werden wird. Wie schon auf dem G7-Gipfel am Schloss Elmau 2015 hat die Bundesregierung die Entwicklung des afrikanischen Kontinents in den Mittelpunkt ihrer Agenda gerückt. War es 2015 vor allem die krisenhafte Entwicklung durch die Ebola-Epidemie, die thematisiert wurde, sind es in diesem Jahr die wirtschaftlichen Aussichten Afrikas. Und die stehen gar nicht so schlecht, denn der afrikanische Kontinent wartet seit Jahren mit vielen positiven Nachrichten auf.

Kein Kontinent ist in der vergangenen Dekade schneller gewachsen, und dies trotz des Einbruchs der Rohstoffpreise. In vielen Ländern kann man Reformbemühungen feststellen, die vor allem die Regierungsführung betreffen. Wer heute über moderne Kommunikation spricht, kommt an den Entwicklungen zur Anwendung der Mobiltelefonie in Ostafrika nicht mehr vorbei – die Silicon Savannah ist mehr als ein Schlagwort.

Leider ist diese Entwicklung in der Wahrnehmung der meisten Deutschen noch nicht angekommen. Immer noch gilt Afrika entweder als der Krisenkontinent oder als ein schönes Reiseziel mit reichlich Flora und Fauna, aber wenig Kultur. Das ist falsch. Ohnehin macht es wenig Sinn, von einem einzigen Afrikabild auszugehen. Es gibt 54 afrikanische Länder, die aus weitaus mehr Ethnien mit mehreren tausend Sprachen bestehen. Die Unterschiede auch in kultureller Hinsicht sind gewaltig.

Natürlich gibt es immer noch große Armut und viele Länder werden schlecht regiert. Das wirtschaftliche und persönliche Risiko ist in einigen Ländern sehr hoch – in  anderen aber nicht. Außerdem entsteht eine wachsende Mittelschicht in vielen Ländern, deren Mitglieder einerseits als Konkurrenten für Arbeitnehmer hierzulande auftreten und andererseits als Konsumenten interessanter werden. Diese Menschen wollen, dass ihre Kinder eine angemessene Ausbildung erhalten und reagieren zunehmend verständnisloser auf die Herablassung der Europäer gegenüber Afrika.

Es ist der Bundesregierung hoch anzurechnen, dass sie diese Entwicklung erkennt und in verschiedenen Absichtserklärungen den Fokus auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit legt. Es wird sogar davon gesprochen, Mittel der Entwicklungszusammenarbeit für wirtschaftliche Zwecke zu verwenden. Das ist ein grundsätzlich vernünftiges Vorgehen, selbst wenn die Koordinierung der unterschiedlichen Erklärungen und Pläne aus den Ministerien bzw. dem Kanzleramt noch besser werden könnte. Die Richtung stimmt. Deshalb stellt sich die Frage, wie wir Deutschen den Afrikanern bei ihrem Entwicklungsprozess helfen können. Folgende Aspekte sind zu berücksichtigen.

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