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G8-Gipfel in Italien Regierungschefs in Ruinen

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Erdbebengebiet in der Nähe Quelle: REUTERS

Tatsächlich ist das Rätsel, wie zwischen den Ruinen der Stadt die Sicherheit der wichtigsten Regierungschefs der Welt garantiert werden kann, noch ungelöst. Experten verweisen jedoch darauf, dass das auch auf der sardischen Inselgruppe und den als Unterkünften geplanten Kreuzfahrtschiffen ein riesiges Problem gewesen wäre. 

Sicherheitskritisch wird wohl vor allem der Transfer der Regierungschefs von Rom nach L’Aquila sein. Denn ersten Erkenntnissen zufolge sollen die Mächtigen sich zwar zwischen den Trümmern treffen, aber nicht dort übernachten. Die Nähe zur Hauptstadt mache wahrscheinlich, dass die Regierungschefs in Rom Quartier beziehen und morgens per Helikopter zum Gipfel nach L’Aquila reisen könnten, hieß es am Freitag in Italien. Für das gesamte Gefolge, das- eingeschlossen geschätzte 3000 Delegierte, ebenso viele Journalisten und etwa 16.000 Sicherheitsleute - rund 25.000 Köpfe zählen wird, sei das allerdings nicht möglich.

"Geste mit großer Symbolik"

Ob die Pläne also wirklich zu realisieren sind, so erklären einige skeptische Oppositionsvertreter, bleibe noch zu beweisen. Sollte dies jedoch der Fall sein, könnte es eine große Chance für die zerstörte Region sein. Die Regierungen in London und Washington stimmten der Verlegung italienischen Medien zufolge sofort zu. Am Freitag seien positive Bescheide auch aus Frankreich, Moskau und Berlin gekommen. Ein Sprecher der EU-Kommission sprach von einer „Geste mit großer Symbolik“.

Für Berlusconi ist es schon fast traurig, dass er nicht noch mehr Gipfel zu vergeben hat, schließlich entwickeln sie sich für ihn zu einem wirksamen Mittel, wieder mehr Wähler auf seine Seite zu bringen. Bereits als sich auf den Straßen Neapels der Müll stapelte, konnte Berlusconi mit seinen Kabinettsitzungen im Krisengebiet Sympathien gewinnen. Dasselbe Prinzip funktionierte auch in den Abruzzen, wo Berlusconi sich nahezu täglich persönlich blicken ließ und nun ebenfalls eine Kabinettssitzung abhielt. Und wieder stiegen die Umfragewerte deutlich an.

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    Es läge „Propaganda in der Luft“, merken Oppositionsvertreter an, erklärten aber, trotzdem ihre Zustimmung, sollte der Gipfel die Aufbauarbeiten nicht behindern und das Katastrophengebiet nicht als Laufsteg missbraucht werden.

    Ersten Überlegungen zufolge hätte der Gipfel auf der sizilianischen Insel Lampedusa stattfinden sollen, die massiv unter dem ungelösten Problem der illegalen Immigration leidet. Sardinen scheint die Tatsache zu besänftigen, dass der Insel immerhin der Umweltgipfel bleibt, den, wie gern betont wird, Obama persönlich gewünscht hat.

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