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Gbureks Geld-Geklimper

Griechenland und der Währungskrieg

Seite 2/2

Manfred Gburek

Die griechische Staatsverschuldung in Höhe von schätzungsweise 158 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) 2011 ist ohne Zweifel ein sehr ernst zu nehmender Härtetest für den Euro. Doch in Anbetracht der anstehenden Umschuldung und der abzusehenden positiven BIP-Entwicklung Griechenlands bereits im kommenden Jahr ist sie keineswegs ein solches Drama, wie es vor allem von angelsächsischen Medien stets aufs Neue kolportiert wird und sich gerade wieder im zum Dollar schwachen Euro bemerkbar macht.

Warum also die nun schon seit mehr als einem Jahr anhaltende Griechenland-Phobie? Vier Antworten drängen sich auf: 1. die Durchschlagskraft angelsächsischer Medien, 2. das schlechte, unkoordinierte und zum Teil sogar schlafmützige Schuldenmanagement im Euro-Raum, 3. die Suggestivkraft von bürgerkriegsähnlichen Straßenschlachten in Athen und 4. von allem etwas.

Straßenschlachten in Athen werden inszeniert

Zwar überzeugt die vierte Antwort am meisten, aber dabei spielt die dritte eine so entscheidende Rolle, dass es sich lohnt, nach den Ursachen zu forschen. Der griechische Geheimdienst EYP erhielt im vergangenen Jahr von der Regierung den Auftrag, Manager von Hedgefonds ausfindig zu machen, die auf eine Staatspleite Griechenlands wetteten. Was dabei herauskam, blieb geheim. Allerdings erhielten griechische Medien Einblick in EYP-Akten, die noch viel Schlimmeres offenbarten als die Namen von irgendwelchen Fondsmanagern, nämlich mafiöse Zustände, die belegen, dass große Teile von Athen sich schon in der Hand krimineller Organisationen befinden. Dazu gehören zum Beispiel auch Migrantenverbände und unter dem Deckmantel von Unternehmen arbeitende Schleusergruppen. Dass sich vor einem solchen Hintergrund quasi auf Befehl Straßenschlachten inszenieren lassen, liegt nahe.

Am Ende verliert der Dollar

Dieser Spuk könnte indes, zumindest was die inneren Unruhen angeht, von einem Tag auf den anderen zu Ende gehen. Und zwar dann, wenn das Militär eingreift. Erfahrung mit einer Militärdiktatur hat Griechenland ja bereits in den 70er Jahren gemacht. Doch bevor es dazu kommen könnte, dürften erst einmal viele Milliarden Euro aus den anderen Euro-Ländern, in erster Linie aus Deutschland, nach Griechenland fließen. Sozusagen alternativlos, um ein Unwort von Kanzlerin Angela Merkel zu gebrauchen. Ob der Euro dann im Vergleich zum Dollar weiter an Wert verlieren wird, bleibt offen, solange die Modalitäten der Rettung Griechenlands wie auch anderer hoch verschuldeter Länder des Euro-Raums noch nicht feststehen. Eines ist jedoch schon heute klar: Am Ende der ganzen Prozedur wird der Dollar wegen der massiven, viel ernsteren Schuldenkrise der USA im Vergleich zum Euro erheblich an Wert verlieren.

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